Protokoll zu den Arbeitskreissitzungen im April 2008

Gemeinde Barum – Gemeinde Marschacht

Dorferneuerung Barum, Horburg, St. Dionys und Oldershausen

Protokoll zur Arbeitskreissitzung Barum und St. Dionys

02.04.2008; 19.30 – 22.15 Uhr

Protokoll zur Arbeitskreissitzung Horburg

03.04.2008; 19.00 – 21.00 Uhr

Teilnehmer: Mitglieder des Arbeitskreises, Herr Bgm. Meyn, Herr Warnecke (Planungsbüro Warnecke)

Barum – St. Dionys

Als Sprecher für den Arbeitskreis Barum-St. Dionys wurde einvernehmlich Herr Jürgen Lehmann gewählt; als seine Vertreter wurden Herr Alois Heying und Herr Uwe Björnsen vom Arbeitskreis berufen.

Die Auseinandersetzung mit den überörtlichen Straßenräumen und insbesondere die Konzipierung von Maß-nahmen zur Reglementierung der Fahrgeschwindigkeiten wird seitens einiger Arbeitskreisteilnehmer in Frage gestellt. Andere Arbeitskreisteilnehmer halten jedoch die Beplanung für notwendig und sinnvoll. Zur Herbeifüh-rung einer objektiven Entscheidung über entsprechende Problembereiche aufgrund überhöhter Geschwindigkei-ten wird die Erfassung der Verkehrsmengen und der Geschwindigkeitsübertretungen mittels einer Messanlage empfohlen.

Es bleibt aus planerischer Sicht festzuhalten, dass erstens später nur Maßnahmen gefördert werden können, die auch im Dorferneuerungsplan als Maßnahmenpunkte angeführt sind. Hier sollten sämtliche im öffentlichen Raum (Straße, Plätze, Grünflächen, Gemeinschaftsanlagen, Gebäude) anstehenden Maßnahmen angeführt werden. Zweitens wird vor Beendigung der Arbeitskreissitzungen seitens der Teilnehmer eine Reihenfolge gewählt und als Empfehlung an den Gemeinderat weitergegeben, der letztlich darüber entscheidet, welche der Maßnah-men innerhalb des bis 2013 begrenzten Förderzeitraumes zur Ausführung kommen. Unabhängig von der Reali-sierung können die diskutierten Maßnahmen aber auch als mittelfristige Handlungsansätze betrachtet werden, die ggfs. auch nach der Zeit der Dorferneuerungsförderung noch zur Ausführung kommen und zumindest einen Diskussionsansatz darstellen können.

Im Zuge der Kreisstraße K 12 ergeben sich in St. Dionys mehrere Abschnitte, die aufgrund ihrer Geradlinigkeit und ihrer Einsehbarkeit zu überhöhten Fahrgeschwindigkeiten und damit zu Gefährdungspotentialen von nach-geordneten Verkehrsteilnehmern führen. Insbesondere der nördliche Orts- bzw. Ortsausgang sollte betont wer-den, was entweder durch eine Mittelinsel oder durch eine favorisierte einseitige Verschwenkung erfolgen könnte (vgl. Skizzen). Flankierend sollte insbesondere auf der östlichen Seite ein ergänzender Baum- und Strauchbe-wuchs vorgesehen werden, um den Ortseingang auch vertikal optisch stärker zu fassen.

Abgesehen werden soll dagegen von einer Reglementierung des westlichen Ortseinganges, der durch die Kur-venführung aus Richtung Wittorf bereits deutlich betont wird. Statt dessen soll eine weitere Reglementierung entweder im Bereich vom einmündenden Gotenweg oder im Bereich der Kurvenführung vor der Einmündung vom Widukindweg geprüft werden, um den aus südwestlicher Richtung auf den unmittelbar folgenden Fußgän-gerüberweg anfahrenden Verkehr in seiner Geschwindigkeit zu verringern bzw. die Aufmerksamkeit des Ver-kehrsteilnehmers zu erhöhen.

Auch in Barum sollten die Ortseingänge im Zuge der K 12 sowie im östlichen Bereich im Zuge der K 1 durch eine Mittelinsel oder Verschwenkung betont werden, weil sich durch die mittlerweile in unmittelbarer Nähe einbindenden Straßenzüge der neuen Baugebiete veränderte Verkehrsbeziehungen und ein stärkeres Verkehrs-aufkommen unmittelbar an den Ortseingängen ergeben.

Im Zuge der von Osten her weiter relativ geradlinig in den Ort einlaufenden K 1 wird zudem zwischen den Ein-mündungen vom Rethwinkelweg und vom Heimweg der Einbau einer weiteren Mitteinsel (als Überquerungshil-fe) angeregt, um erstens ein sichereres Überqueren für Fußgänger und zweitens eine geschwindigkeitsdämpfende Maßnahme im Hinblick auf den Fahrzeugverkehr zu erzielen. Des weiteren wird dort, wo genügend Fläche im Seitenraum besteht, die Verlagerung des Gehweges an die Grundstücksgrenze und die Anlage eines Grünstrei-fens, evtl. in Abschnitten bepflanzt mit einer langsam (=niedrig) wachsenden Ligusterhecke (Sorte „Lodense“) angeregt.
 
Im Zuge der K 12 ergibt sich in Barum im Bereich südlich der Einmündung vom Eichenweg durch den hier vorhandenen Stellplatzstreifen eine weitere Möglichkeit, den Fahrbahnverlauf der Kreisstraße zu verändern bzw. zu verschwenken. Mit Blick auf den sich nördlicherseits ergebenden Kurvenverlauf im Zuge der K 12 soll davon aber abgesehen werden; vielmehr könnte der Buswartebereich hierhin verlegt werden, der z.Z. etwa 80 m weiter nördlich im Bereich der überdimensionierten Einmündung der K 12 in die K 1 liegt. Gleichzeitig wird im Ein-mündungsbereich vom Eichenweg eine bessere Einsehbarkeit in den übergeordneten Straßenraum gefordert, was durch eine veränderte Linienführung im weiteren nördlichen Verlauf der K 12 gewährleistet werden könnte. Darüber hinaus wird hier eine gestalterische Aufwertung vom Stellplatz der Wertstoffcontainer gewünscht.

Im Bereich der Einmündung der beiden Kreisstraßen ergibt sich eine wesentliche Möglichkeit, eine funktionale Verbesserung im Verkehrsraum und gleichzeitig eine gestalterische Aufwertung im Ortsbild zu erzielen. Der Einmündungstrichter der K 12 ist weithin großflächig befestigt, wozu auch die angelagerten Buswartezonen beitragen, und weitet sich auf eine maximale Breite von etwa 50 m auf. Lediglich eine vollflächig gepflasterte Mittelinsel sorgt für eine gewisse Reglementierung, wobei aufgrund der großzügigen Anlage sämtliche Abbie-gevorgänge mit relativ hoher Geschwindigkeit ausgeführt werden können. Auch aufgrund der im Seitenraum hier fehlenden Bebauung geht von diesem Bereich keine innerörtliche Wirkung aus; lediglich einige größere Bäume prägen das östliche Umfeld.

Werden Kreisverkehrsplätze aufgrund ihrer aufwendigen und kostenintensiven Bauweise und (in der Mitte über-fahrbare) Minikreisverkehrsplätze aufgrund ihrer Effektivität in Frage gestellt, so empfiehlt der Arbeitskreis hier die Anlage einer Verschwenkung im Bereich der übergeordneten K 1 und die kleiner dimensionierte Ausbildung der Einmündung der K 12. Der gesamt Einmündungsbereich sollte dabei in südöstlicher Richtung verschoben werden, um auch die o.a. Übersichtlichkeit im Einmündungsbereich des Eichenweges zu verbessern. Im südöst-lichen Abschnitt ergibt sich auch die Notwendigkeit zur Neuanlage der Gehwegführung, während im westlichen Bereich der Gehwegverlauf bestehen bleiben kann. Die vorhandenen Bushaltebereich sollten aber aufgegeben werden und zugunsten von zwischen Gehweg und Fahrbahn liegenden Grünflächen mit Baum- und abschnitt-sweise Heckenbewuchs aufgegeben werden. Eine Verlegung der Bushaltestelle wurde bereits oben angeregt; beide könnten hier aber auch integriert werden.

Ausgelöst durch die Verschwenkung ergibt sich im nördlichen Bereich eine Verlagerung der Einmündung der Alte Dorfstraße, deren Breite ebenfalls zurückgenommen werden könnte. Auch hier sollte eine markantere Form der Begrünung mit insbesondere Hochstämmen vorgenommen werden. Des weiteren stellt sich hier die Frage nach der Gestaltung der großen Grünfläche zwischen dem ehemaligen Verlauf der Alte Dorfstraße und der K 1, deren flächenhafter Bewuchs mit Bodendeckern nicht dorfbildtypisch ist. Die vorgeschlagene Nutzung als Dorf- und Marktplatz findet im Arbeitskreis allerdings keine Zustimmung. Schließlich bleibt auf das kleine Gebäude der Sparkasse hinzuweisen, das – mit Einwilligung und Beteiligung des Eigentümers – z.B. ergänzt mit einer örtlichen Hinweistafel auch in eine besser angepasste Gestaltung überführt werden könnte. Auch wäre hier, wie auf den anliegenden privaten Grundstücken, die Begrünung bzw. Bepflanzung zu ergänzen.

Im nördlichen Ortseingangsbereich der K 1 wird aufgrund des Kurvenverlaufs aus Richtung Bütlingen keine Notwendigkeit für eine gravierende Umgestaltungsmaßnahme im Straßenraum gesehen. Allerdings könnte die Einmündung der Straße Zur Horburg geringfügig nach Norden verschoben und somit stärker in einem rechten Winkel ausgebildet werden, wenn dafür die bestehende Mittelinsel aufgegeben würde. Damit könnte auch der Fußweg vor dem Schulgrundstück durch einen Grünstreifen getrennt von der Fahrbahn verlaufen. Des weiteren könnten die durch ihre Häufung massiv das Ortsbild beeinträchtigenden Schaltschränke der Telekom im Ein-mündungsbereich entweder durch eine Bepflanzung kaschiert oder aber gar in ein umbautes Gebäude (mit frei-gehaltenen Zugängen) integriert werden.

Horburg
Die Vermessung des Straßenraumes Zur Horburg ist mittlerweile abgeschlossen und bildet die Grundlage für die weitere Beplanung dieses Straßenraumes, für den in der folgenden Sitzung konkrete Ausbauvorschläge vorges-tellt werden.

Anhand einer Katasterplans im Maßstab 1:1000 wurde im Arbeitskreis die bauliche Entwicklung von Horburg nachvollzogen und die vorhandenen Nutzungen wie Landwirtschaft zusammen eingetragen. Auch die früheren Nutzungen wurden vermerkt; zudem wurde auch das gemeinschaftliche Leben angefragt. Dabei zeigt sich die spätestens seit der Gebietsreform 1972 bestehende enge Verbindung mit Barum; denn bis auf die Feuerwehr (mit 35 aktiven Mitgliedern), die Fischerei-Interessentschaft und die Jagd-Genossenschaft bestehen sämtliche Verei-nigungen gemeinsam mit Barum und St. Dionys: Sportverein, Schießclub, Tennisclub, Kegelverein sind ge-meindlich ausgerichtet, wie auch die Jugendfeuerwehr ortsübergreifend organisiert ist. Der Landfrauenverein Horburg – Bütlingen verweist dagegen noch auf die frühere stärkere Verbindung mit dem nördlich gelegenen Nachbarort.
 
In Bezug auf die Kirche besteht eine zusammengefasste Zugehörigkeit zum Kirchspiel St. Dionys, dem auch weitere Orte wie Bütlingen zugehören. Der Kirche fällt dabei mit dem Kirchenchor, dem Posaunenchor, dem Seniorentreff und verschiedenen Jugendgruppen eine wichtige integrative Rolle im Gemeinschaftsleben zu.

Mit dem Oktoberfest, dem Scheunenfest, dem Osterfeuer und dem Pfingstochsen sind zudem wichtige örtliche Feste bzw. Veranstaltungen benannt, die teilweise auf altes Brauchtum beruhen und bis heute die dörfliche Ver-bundenheit stärken.
 

 

Die nächsten Treffen der Arbeitskreise finden statt am:

Arbeitskreis Barum und St. Dionys

Mittwoch, 07.05.2008, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Flindt

Arbeitskreis Horburg

Donnerstag, 15.05.2008, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Horburg

 

Themen:

Barum und St. Dionys: Ortsgeschichte; Bestandsaufnahme zu aktuellen bzw. früher vorhandenen Betrieben, Geschäften oder Dienstleistungen in den Orten; dorfgemeinschaftliche Einrichtungen und Treffpunkte; Vereins-leben, Wegebeziehungen; überörtliche und innerörtliche Straßenräume Horburg: Ausbauvorschlag Straße Zur Horburg

 

Bad Bevensen, 25.04.2008
Volker Warnecke