Protokoll zu den Arbeitskreissitzungen im Juni/Juli 2008

Gemeinde Barum – Gemeinde Marschacht

Dorferneuerung Barum, Horburg, St. Dionys und Oldershausen

Protokoll zur Arbeitskreissitzung Barum und St. Dionys

02.07.2008; 19.30 – 21.30 Uhr

Protokoll zur Arbeitskreissitzung Horburg

28.06.2008; 8.00 – 13.00 Uhr

Teilnehmer: Mitglieder des Arbeitskreises, Herr Warnecke (Planungsbüro Warnecke)

Barum – St. Dionys

1. Zusammenfassung der öffentlichen Maßnahmen in Barum und St. Dionys
Vorbehaltlich von möglichen Vorhaben zur Aufwertung der Eingrünung (Arbeitskreis Anfang September) wurden die bisher diskutierten öffentlichen Maßnahmen in Kurzform dargestellt:

Barum
1. Platzgestaltung im Straßenraum Am Sportplatz mit Freiflächengestaltung zwischen Feuerwehr und Gemeinde
2. Erneuerung vom Dach am Feuerwehrgebäude
3. Erneuerung und Dämmung der Dachflächen an der Schule; Umbau des Nebengebäudes, Befestigung des Wegesystems vom Kindergarten
4. Umgestaltung zentrale Kreuzung K 1 - K 12 - Alte Dorfstraße; Umgestaltung vom Buswartebereich
5. Straßenraumerneuerung Alte Dorfstraße
6. Verkehrsberuhigende Maßnahmen im Zuge der Kreisstraßen
7. Anlage einer Bushaltestelle Einmündung Rethwinkelweg / Am See (K 1)
8. Ausbau / Befestigung vom Parkplatz am Barumer See

Unter Nr. 3 sind die Teilmaßnahmen im Bereich der Schule und des Kindergartens zusammengefasst genannt. Mit der Erneuerung der Dacheindeckung, deren Hohlpfannen altersbedingt abgängig sind, ergibt sich hier die Notwendigkeit, zumindest die Dämmung des Dachgeschosses zeitgemäß auszubilden. Erneuerungsbedarf stellt sich auch am Erker über dem Haupteingang dar, der derzeit fast vollständig von Efeu berankt ist. Um den markanten Giebel als Zierde des Gebäudes zu betonen, sollte nach seiner Sanierung der Fassadenbewuchs zumindest deutlich zurückgenommen werden. In diesem Zusammenhang wird auch die Verlagerung des Müllsammelplatzes angeregt, der nördlich unmittelbar vor dem Eingang liegt und mit seinen Sichtschutzelementen nicht nur den Blick auf die Müllcontainer, sondern auch die Sicht auf den Eingang unterbindet! Eine Verlagerung dieser Fläche in Richtung Straßenraum wird hier vorgeschlagen.

Zu erneuern ist auch die Dacheindeckung auf dem alten Nebengebäude, das sich auf dem Hof des Kindergartens befindet. Das Gebäude nahm ursprünglich die Sanitärräume der Schule auf und diente in den vergangenen Jahrzehnten als Werkstatt und Lager. Ein Umbau mit einer verstärkten Öffnung des Gebäudes sowie einer Nutzung als Veranstaltungsraum könnte im Rahmen der Dorferneuerung durchgeführt werden.

Weiterhin ist die Außenanlage des Kindergartens nahezu vollständig als Sandfläche ausgebildet, was unter Verweis auf die Spielgeräte und den entsprechenden Fallschutzbereichen auch notwendig ist. Allerdings wird durch das Fehlen von versiegelt befestigten Wegen auf der Fläche auch eine erhebliche Schmutzfracht in das Gebäude transportiert, was zu hohem Reinigungsaufwand bzw. Abnutzung der Bodenbeläge führt. Überlegenswert erscheint deshalb in Bereichen eine Anlage von Verbindungswegen, z.B. zwischen rückwärtigem Zugang zur Fläche und Eingangsbereich des Kindergartens.

Da nach dem Bau der Fußgängerbrücke über den Schöpfwerkskanal der rückwärtige Zugang zur Schule bzw. zum Jugendtreff stärker frequentiert werden wird, ist zudem die Anlage einer festen Einfriedung als östliche Begrenzung der Kindergartenfreifläche erforderlich.

Unter Nr. 7 wird die Anlage einer weiteren Bushaltestelle angeregt, womit die vorhandenen Haltestellen ergänzt werden sollen. Durch die Ausweisung der Neubaugebiete hat sich Barum schwerpunkthaft in östlicher Richtung entwickelt; jedoch liegen die östlichsten Bushaltestellen im Bereich vom Gemeindebüro bzw. der Feuerwehr in den Einmündungen von Am Sportplatz bzw. Alte Dorfstraße. Im Zuge der Straße Am See besteht somit bis zum östlichen Ortseingang auf einer Länge von ca. 800 m keine weitere Haltstelle. Hiervon sind insbesondere die Schüler betroffen, deren Weg zur Haltestelle weithin entlang der Kreisstraße führt. Deshalb wird im Bereich der Einmündung vom Rethwinkelweg die Anlage einer zusätzlichen Haltestelle mit Wartehaus vorgeschlagen. Da im Bereich des an der Kreisstraße vorhandenen Gehweges keine Fläche vorhanden ist, verbindet sich hiermit auch die Befestigung einer Wartezone. Möglicherweise ist dazu der gesamte Einmündungsbereich vom Rethwinkelweg umzugestalten.

 

St. Dionys
1. Umgestaltung vom Dorfplatz und Gestaltung vom Vorplatz der Gaststätte
2. Straßenraumerneuerung Gotenweg / Umgestaltung der Einmündung Barbarossaweg und Neuanlage der Bushaltestelle
3. Gestaltung vom Straßenraum vom Barbarossaweg und Vorplatzgestaltung am Friedhof
4. Straßenraumerneuerung vom Heinrich-der-Löwe Weg
5. Verkehrsberuhigende Maßnahme am nördlichen Ortseingang
6. Verkehrsberuhigende Maßnahme am westlichen Ortseingang
7. Befestigung vom Langobardenweg
8. Gestaltung vom Friedhof

Ergänzend ergibt sich die Erneuerung vom Straßenraum Langobardenweg, der in südlicher Richtung von der Karl-der-Große Straße abzweigt und auf einer Länge von ca. 100 m als Erschließungsstraße für die hier anliegende Bebauung fungiert, bevor er in südlicher Richtung als Wirtschaftsweg weiter in die Gemarkung führt. Derzeit ist der Straßenraum unbefestigt, was einerseits bei Befahrung bei starker Trockenheit insbesondere durch landwirtschaftlichen Verkehr zu einer enormen Staubbelastung für die umliegenden Grundstücke führt. Andererseits stellt sich die Benutzbarkeit bei feuchter Witterung insbesondere für Fußgänger und Radfahrer durch die fehlende Befestigung bzw. Wasserführung als mangelhaft dar.

2. Ansätze für private Maßnahmen in Barum und St. Dionys
Anhand von Photos wurden notwendige Erneuerungen und mögliche Neugestaltungen beispielhaft besprochen. Als förderfähig gelten sämtliche Gebäude die entweder aktiv landwirtschaftlich genutzt werden oder die früher eine landwirtschaftliche Ausrichtung besaßen. Damit können auch die bis in die 50er Jahre entstandenen Siedlerstellen gefördert werden, die einst als kleinste auf die landwirtschaftliche Selbstversorgung ausgerichtete Betriebseinheiten mit unterscheidbaren Wohn- und Wirtschaftsbereichen errichtet wurden.

Im Mittelpunkt der Förderung stehen die landwirtschaftlichen genutzten Gebäude und die den alten Ortskern prägenden Gebäude, die bis in das 19. Jh. in traditioneller Fachwerkstruktur mit Ziegelgefachen oder etwa ab der vorigen Jahrhundertwende in massiver Ziegelbauweise errichtet wurden.

Grundsätzlich ließen sich an sämtlichen Altgebäuden Maßnahmen zur Erhaltung des alten Gebäudecharakters oder aber zum Rückbau von mittlerweile vorgenommenen baulichen Veränderungen durchführen. Die Erneuerung soll sich grundsätzlich am alten Erscheinungsbild orientieren, wobei bezüglich Wärmedämmung und Wohnqualität selbstverständlich eine Anpassung an die heute zeitgemäßen Notwendigkeiten bzw. Ansprüche stattfinden muss.

Private Maßnahmen werden pauschal mit 30 % der zuwendungsfähigen Kosten bezuschusst und beziehen sich quasi auf die von Außen sichtbaren Bereiche an Gebäuden: Einfriedung, Begrünung, Fassade, Fenster und Türen, Dach, Dachentwässerung, Schornsteinkopf und Gauben. Innen können sich Maßnahmen auf konstruktiv notwendige Erneuerungen beziehen (z.B. Deckenbalken, Stützbalken usw.) und auf die Dämmebene incl. innenseitiger Wandabschluss (z.B. Fermacellplatten oder Innenputz).

Grundsätzlich können für jedes einzelne Gebäude max. 25.000 Euro als Fördersumme beantragt werden; das entspricht einer Gesamtinvestition von etwa 84.000 Euro an förderfähigen Kosten. Das Beantragen der Förderung kann entweder in einem gebündelten Antrag oder aber in mehreren aufeinanderfolgenden Anträgen erfolgen, um die Maßnahmen entsprechend den eigenen zur Verfügung stehenden Mittel zu realisieren. Dabei ist aber zu beachten, dass jeweils eine Mindestfördersumme von 2.500 Euro beantragt wird, was wiederum eine Investition von mindestens 8.400 Euro an förderfähigen Kosten voraussetzt. Die Realisierung einer Maßnahme kann übrigens auch in (teilweiser) Eigenleistung erfolgen, wobei aber lediglich die Material-, Entsorgungs- und evtl. anfallende Handwerkerleistungen förderfähig sind. Lediglich bei Vereinen, deren Gemeinnützigkeit vom Finanzamt nachgewiesen wird, besteht die Möglichkeit, neben den Materialkosten die eigene Arbeitsleistung zu 50 % der Nettohandwerkerlohnkosten mit in Beantragung (für eine Förderung von 30 %) einzubeziehen.

Im Dorferneuerungsplan werden grundsätzliche Gestaltungsmaßgaben zusammengefasst dargestellt. So sollen im Dach naturrote Tonziegel (Hohlpfanne oder Hohlfalzziegel) eingesetzt werden. Die Dachüberstände (i.d.R. max. 30 cm) sowie die Dachabschlüsse in Holz (Zahnleiste oder Stirn- und Deckbrett sowie i.d.R. Traufschalung) sind dabei genauso zu beachten wie mögliche Ausbildungen von Gauben, die mit Fensterhöhen nicht über 1,2 m bei reiner Belichtungsfunktion meistens als steil angezogene Schleppdachgauben ausgebildet werden sollen. Dachflächenfenster sind nicht förderungsfähig und werden lediglich dort geduldet, wo sie bereits vorhanden sind!

Lediglich bei Gebäuden, die nachweislich keine Tonziegel aufwiesen (z.B. Reet- oder Schiefereindeckungen, anthrazitfarbene Betonsteine oder Sonderformate wie Doppelmuldenfalzziegel) oder die aus statischen Gründen keine schweren Dacheindeckungen zu tragen vermögen, können alternative Eindeckungen zum Einsatz kommen. Insbesondere bei flach geneigten landwirtschaftlichen Gebäuden stellt sich oft die Frage nach entsprechenden Möglichkeiten: Hier können gewellte Faserzementplatten (5-er Welle), Bitumenschweißbahnen, Stehfalzbleche oder Stahlblechprofile in Form der bereits seit etwa 120 Jahren im ländlichen Raum eingesetzten Original Siegener Pfannenbleche sowie ihre modernen Interpretationen als Fischer Pfannenbleche sowie die Produkte der Hersteller Laukien 45-333, Siegmetall 40-333, Arcelor 39-333 oder DS-Pfannenprofil jeweils in der Farbe rotbraun (RAL 8012) genannt werden.

Die in Barum und St. Dionys vorhandenen Putz- , Fachwerk- oder Ziegelfassaden sollen aufgrund ihrer Zierelemente in ihrem Erscheinungsbild erhalten bleiben. Entsprechende Maßnahmen zur Erneuerung bzw. zum Austausch von manchen Bereichen sind förderfähig.

In diesem Zusammenhang haben auch die Fenster besondere Bedeutung, denn sie gliedern die Fassade und prägen damit das Gebäudebild wesentlich. Entsprechend der historischen Gestaltung sind die Fenster aus Holz mit konstruktiver Sprossung vorzusehen. Normalerweise besitzen die Fenster dabei einen weißen Anstrich.

Während die Gebäudebilder charakteristischerweise in ihrer Anordnung, ihrer Form und ihrem Materialeinsatz ähnliche Grundzüge aufweisen, wird die besondere Darstellung des Gebäudes und damit der Bewohner bzw. Eigentümer über die Hauseingangssituation erreicht. Hier wird eine repräsentative Gestaltung z.B. durch ein kleines Vordach über der Eingangstür sowie eine detailliert ausgebildete Haustür als bewusst eigenständiges, markantes Merkmal erreicht.

Weiterhin sind die Grundstückseinfriedungen mit entsprechenden Toren bezuschussungsfähig. Metall- oder schmiedeeiserne Zäune, Staketzäune und massive Natur- oder Ziegelsteinmauern sowie lebende Einfriedungen (Liguster- oder Buchenhecken) sind im Sinne der Dorferneuerung förderfähig.

Problematisch wird allerdings der verbleibende hohe eigene Anteil von 70 % gesehen, der wohl nur von wenigen Antragstellern aufgebracht werden kann. Festzuhalten bleibt, dass umfangreiche Maßnahmen in mehrere kleinere Bauabschnitte unterteilt werden können, die dann in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren beantragt bzw. ausgeführt werden könnten. Die allgemeine Information ersetzt aber keinesfalls die detaillierte Beratung, die im Zuge des Antragsverfahrens möglichst am Objekt angeboten bzw. durchgeführt wird. Der Beginn der Antragstellung soll gleich zu Beginn des Jahres 2009 erfolgen.

Private Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung - Was muss beachtet werden ?

  • Das Dorferneuerungsprogramm gewährt für private Antragsteller eine nicht rückzahlbare Zuwendung von 30 % der förderungsfähigen Kosten, maximal jedoch 25.000 Euro für ein Objekt.
  • Die Genehmigung in der Dorferneuerung ersetzt keine anderen Genehmigungen, z. B. Baugenehmigung oder denkmalrechtliche Genehmigung. Diese sind wie sonst üblich zu beantragen.
  • Der Zeitraum der Förderung beträgt etwa 5 Jahre. Es können also in jedem Jahr Anträge gestellt werden, d.h. die beabsichtigten Maßnahmen können auch finanziell aufgeteilt werden. Normalerweise ist eine genehmigte Maßnahme im betreffenden Jahr auch abzuarbeiten !
  • Eigene Arbeitsleistungen werden nicht gefördert. Ausgenommen sind Vereine, deren Gemeinnützigkeit nachgewiesen wird.
  • Das Angebot der Dorferneuerung ist freiwillig. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. 

Ansprechpartner zur Dorferneuerung:

Gemeinde Barum / Bürgermeister - Herr Meyn (Tel. 04133 / 510 363)
Planungsbüro Warnecke / Bad Bevensen - Herr Warnecke (Tel. 05821 / 992500)
Amt für Landentwicklung Lüneburg - Frau Harms, Herr Henschel (Tel. 04131 / 8545-212 o. 243)

Beispiele für mögliche private Maßnahmen

Anpassung landwirtschaftlicher Anwesen an die Erfordernisse zeitgemäßen Arbeitens und Wohnens:

  • Modernisierung und Instandsetzung von landwirtschaftlich genutzten Gebäuden; Umbau landwirtschaftlich genutzter Betriebsgebäude;
  • Ausbau bislang ungenutzter Gebäude, z.B. für Wohnzwecke.

Maßnahmen zur Erhaltung und Gestaltung des dörflichen Charakters - Landwirtschaftliche und ehemals landwirtschaftliche Bausubstanz mit ortsbildprägendem Charakter, z.B.:

  • Instandsetzung und gestalterische Verbesserung an Gebäuden;
  • Dacherneuerung, Erneuerung der Dacheindeckung;
  • Anpassung / Rückführung der veränderten Bauform;
  • Beseitigung baulicher (auch konstruktiver) Missstände;
  • Abhilfe oder Rückführung baulich 'moderner' Details, (z.B. zugemauerte Scheunentore oder unmaßstäbliche Türen, Fenster, Windfänge, Glasbausteine etc.);
  • Fassadenarbeiten an Sichtmauerwerk und Putzarbeiten;
  • Fachwerkerneuerung, -renovierung; Schutzanstrich der Fachwerkhölzer;
  • Fachwerkfreilegung (Beseitigung ortsuntypischer oder schädigender Verkleidungen);
  • Wiederherstellung charakteristischer oder notwendiger Verkleidungen;
  • Farbgestaltung;
  • Auswechseln von konstruktiven Teilen;
  • Erneuerung / Ausbesserung der Ausfachungen;
  • Erneuerung der Tore, Türen und Fenster.

Maßnahmen zur Gestaltung von Freiräumen und Außenanlagen, z.B.:

  • Restaurierung und Anstrich kunstvoller Eisen- und Holzzäune.

Ablauf der Förderung

1. Vorüberlegungen. Sofern Erneuerungen oder Umgestaltungen geplant sind, können - unverbindlich - formlose Anträge gestellt werden oder zunächst eine kurze Beratung durch das Planungsbüro hinsichtlich der Förderfähigkeit in Anspruch genommen werden.

2. Anmeldung zur Ortsbegehung. Die Vorhaben werden auf einem vorgefertigten Formular geschildert und seitens des Planungsbüros mit einer Kostenschätzung versehen. Anträge können im Gemeindebüro oder beim Planer gestellt bzw. abgegeben werden.

3. Auswahl der Maßnahmen. Zusammen mit dem Planungsbüro begutachtet das Amt für Landentwicklung die Anfragen und trifft die Auswahl, welche Maßnahmen zur Förderung kommen sollen. Ein Begehungsprotokoll wird angefertigt, woraus wichtige Maßgaben für die weitere Beantragung hervorgehen.

4. Antragstellung. Auf Grundlage des Begehungsprotokolles und eines möglichen Beratungsgespräches mit dem Planungsbüro müssen detaillierte Kostenvoranschläge eingeholt werden, um einen formalen Antrag zu stellen. Wichtig: Kostenvoranschläge sind kostenfrei! Es dürfen keine Vorverträge abgeschlossen werden! Antragsformulare sind in der Gemeinde erhältlich. Der Planer ist bei der Ausfüllung des Förderantrages behilflich. Die Anträge müssen in der Gemeinde abgegeben werden.

5. Zuwendungsbescheid. Das Amt für Landentwicklung prüft / bewilligt durch schriftlichen Bescheid die Zuwendung. Erst wenn der Zuwendungsbescheid vorliegt, darf der Auftrag erteilt und mit der Maßnahme begonnen werden! Das gilt ebenfalls für die Materialbestellung und den Einkauf!

6. Maßnahmenausführung. Bei der Ausführung sind die im Zuwendungsbescheid bzw. in der Stellungnahme des Planungsbüros enthaltenen Fristen und Auflagen zu beachten. Sofern anders verfahren wird, kann die Zuwendung zurückgezogen werden!

7. Maßnahmenabrechnung. Nach vollständiger Fertigstellung erfolgt die Abrechnung auf dem dafür vorgesehenen Formular mit den Rechnungen und Quittungen.

8. Auszahlung der Fördersumme. Nach einer Besichtigung der fertiggestellten Maßnahme durch den Mitarbeiter vom Amt für Landentwicklung erfolgt die Auszahlung der Zuwendung und die Rückgabe der Rechnungsbelege.

 


Horburg - Besichtigungstour
Am Vormittag des 28.06. fand eine Bereisung von Beispielen für Straßenraumgestaltungen in den Landkreisen Lüneburg und Uelzen fest. Schwerpunkthaft wurden dabei Ansätze für die Gestaltung der Straße Zur Horburg herausgearbeitet; aber auch Beispiele für Straßenraumgestaltungen in St. Dionys oder Barum wurden begutachtet.

1. Mechtersen - Einemhofer Weg:
Straßenraum mit 3 m Asphaltbahn, Ausweichstreifen mit Brechsandoberfläche, breite Grünstreifen und einheitlich neue Betonsteinzufahrten

Fazit: Die Gesamtanlage kann als Beispiel für innerdörfliche Straßenräume ohne Durchgangsverkehr wie z.B. den Barbarossaweg oder den Heinrich-der-Löwe Weg in St. Dionys gelten. Beachtenswert ist dabei auch der im Seitenraum über Quergefälle gewährleistete Oberflächenwasserablauf. Die einheitlich mit Betonstein (Vorsatzpflaster in drei versch. Formaten) hergestellten Zufahrten sorgen für das erwünschte gleichmäßige Erscheinungsbild im Straßenraum; allerdings wird die randliche Einfassung mit zwei Reihen des Pflasters sowie die enge Radienbildung zur Fahrbahn als störend empfunden. Als nicht optimal ist auch die Verwendung des o.a. Pflasters im Bereich der Gosse zu bezeichnen, das sich insbesondere nicht an die Abläufe passgenau anarbeiten lässt. Die Form der Straßenlampen (bogenförmige Hängeleuchten der Fa. Hellux) wird insgesamt positiv eingestuft; kritisch wird jedoch die Kombination vom verzinkten Stahlmast und grünen Aufsatz gesehen.

2. Kirchgellersen - In der Peul:
schmaler, niveaugleich angeordneter Straßenraum mit farblich verschiedenem Vorsatzbetonsteinpflaster; Seitenräume mit Natursteinpflaster; Stellplätze mit Wuchsfugenpflaster

Fazit: Insgesamt kann die Anlage als gut geeignetes Beispiel für den Gotenweg in St. Dionys oder auch die Alte Dorfstraße in Barum gelten. Fahrbahn und Fußweg sind durch das Vorsatzpflaster sehr gut zu unterscheiden und werden durch den Gossenlauf getrennt; sind aber für den Ausweichverkehr niveaugleich angelegt worden. Als Übergang zu den umliegenden alten Gebäuden und Einfriedungen ist hier Natursteinpflaster gewählt worden, dessen Unregelmäßigkeit mit breiten Fugen und z.T. Grasdurchwuchs gut zum historischen Bereich passt. Dagegen wird das Wuchsfugenpflaster im Bereich der versiegelten Platzaufweitung als weniger passend empfunden.

3. Himbergen - Botterbusch / Dahlenburger Weg:
3 m Asphaltfahrbahn mit beiderseits 5-reihiger Gosse; abgesetzt durch einen schmalen Grünstreifen verlaufender Gehweg mit Betonsteinpflaster; Verengungen an Einmündungen; Fahrbahnteiler

Dieses Beispiel für die Straße Zur Horburg wurde ausgelassen; es gleicht weithin der Nr. 9; weist aber einen Fahrbahnteiler auf, von dem durch seine diagonale Anlage zum Fahrbahnverlauf und durch seinen Heckenrosenbestand eine markante gliedernde Wirkung ausgeht.

4. Natendorf - Golster Straße (K 44)/ Hohenbünstorfer Weg:
Ortsdurchfahrt der Kreisstraße mit Hauptspur aus Betonsteinpflaster mit Vorsatz, seitliche Streifen und Gossen aus behauenem Natursteingroßpflaster; Asphaltfahrbahn mit seitlichen Überfahrbereichen aus Feldsteinpflaster

Fazit: Die unterschiedliche Pflasterung in der Fahrbahn zeigt die in Horburg erwünschte Gliederung mit einem Mittelband und zwei schmalen randlichen Bänderungen. So positiv die Gestaltung hier im Ortskern auch wirkt: Bei Überfahrung des behauenen Naturgroßsteinpflasters entsteht eine als sehr störend empfundene Geräuschkulisse. Noch stärkere Emissionen gehen vom Randpflasterstreifen im Bereich vom Hohenbünstorfer Weg aus, der aus Sammelsteinpflaster besteht.

Deshalb sprechen sich die Arbeitskreismitglieder gegen die Verwendung von Natursteinpflaster als seitlich überfahrbaren Pflasterstreifen in Horburg aus. Der Einsatz von Natursteinpflaster, das u.U. auch bei Aufnahme der vorhandenen Befestigung im Straßenraum Zur Horburg als wiederverwertbar anfällt, sollte sich auf Randstreifen zu Grundstücken oder aber für die Gestaltung und Hervorhebung von Aufenthaltsbereichen (z.B. im Bereich der Einmündung in die Kreisstraße) beschränken.

Auf dem Weg nach Ebstorf wurde in Wessenstedt der Ausbau der Ortsdurchfahrt (K 20) in Augenschein genommen. Positiv wird hier die Gestaltung der Straßenbeleuchtung (siehe auch Melzingen) mit Hängeleuchte bei dreiecksförmigem Ausleger der Fa. we-ef eingestuft. Gleiches gilt für das neue Buswartehaus mit Infobereich in Holzfachwerkkonstruktion mit Boden-Deckel-Verschalung aus Lärche und einer naturroten Hohlpfanneneindeckung.

5. Altenebstorf - Alte Salzstraße:
mit gerumpelten Betonsteinpflaster ausgeführte Fahrbahn; Betonungen der Einmündungen und Verengungen; Stellplätze mit Wuchsfugenpflaster; durch Grünstreifen getrennter Gehweg

Fazit: Zwar ist durch die Breite des Straßenraumes die Gliederung mit durch Grünstreifen (Scherrasen) abgesetzte Gehweganlagen gegeben, jedoch kann die einheitlich grau und damit flächenhaft wirkende Betonsteinbefestigung in der Fahrbahn keine nennenswerte Gliederung erzielen. Zudem fallen die Farbwechsel in den Einmündungsbereichen kaum auf; und auch die geschwindigkeitssenkende Wirkungsweise der Verengungen im Fahrbahnquerschnitt darf zumindest ohne Gegenverkehr bezweifelt werden. Gestalterisch passend stellen sich dagegen die Stellplatzbereiche mit Wuchsfugenpflaster dar, die in die umgebenden Grünflächen überleiten.  

6. Melzingen - Hauptstraße (L 250) und Barnser Straße (K 34):
Aufenthaltsbereiche an der Ortsdurchfahrt; Verengung der Fahrspur an der Kreisstraße

Fazit: Durch die neue Gestaltung (Aufenthalts- und Informationsbereiche) der kleinen platzartigen Aufweitungen im Straßenseitenraum wurden in der Ortsdurchfahrt der viel befahrenen Landesstraße einige attraktive Situationen geschaffen, durch welche die Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer erhöht und gleichzeitig die Fahrgeschwindigkeit i.d.R. gesenkt wird. Eine entsprechende gestalterische Wirkung könnte in Barum z.B. im Bereich der Feuerwehr / Gemeindebüro erzielt werden.

Im Bereich der Einmündung vom Wittenwater Weg in die Barnser Straße wurde die in den Ort abschüssig hineinführende Kreisstraße in ihrer Fahrbahnbreite erheblich reduziert. Ein Begegnungsverkehr kann hier nicht mehr erfolgen; d.h. der Verkehrsteilnehmer muss sehr aufmerksam auf diese Engstelle zufahren bzw. diese passieren. Die reglementierende Wirkung ist hinsichtlich der Fahrgeschwindigkeit sehr groß. Diese Maßnahme kann sicherlich nicht 1:1 auf die stärker frequentierten Kreisstraßen in der Gem. Barum übertragen werden; allerdings könnte hier eine partielle Verengung der Fahrbahnbreite auf 5,5 m mit ähnlicher Wirkung angestrebt werden.

Auf dem Hof Burmester wurde ergänzend eine Pflasterfläche begutachtet, die mit gerumpelten Betonsteinpflaster vorgenommen wurde und eine Anpassung an das vorhandene Naturstein-Findlingspflaster zeigt. Die Verlegung wurde L-Bogen förmig mit einem Farbanteil von 50 % grau; 25 % braun und 25 % anthrazit vorgenommen und greift damit die Farben des Natursteinpflasters wieder auf. Da jeder Stein nur eine Farbe aufweist, stellt sich der farbliche Übergang sehr auffällig dar. Auch in dieser Form böte sich die Pflasterung im Bereich des Ausweichstreifens oder auch der Einmündungsbereiche in der Straße Zur Horburg an. Alternativ böten sich auch nuanciert (rot-schwarz; schiefer-sand u.ä.) eingefärbte Pflasterungen an.

7. Hansen - Kreisstraße (K 8):
Verschwenkungen / Aufpflasterungen im Zuge der Ortsdurchfahrt

Fazit: Die geradlinig und abschüssig durch den Ort führende Kreisstraße wurde an zwei Stellen in den Bereich von Einmündungen zweier untergeordneter Straßenräume verschwenkt, so dass zu Gewährung der Begegnung zweier Fahrzeuge die Fahrgeschwindigkeit erheblich reduziert werden muss. Ohne Gegenverkehr wird die Umfahrung – häufiger und stärker noch als in Melzingen – allerdings weiträumig auf der Gegenspur umfahren, was der gewünschten Effektivität entgegensteht. Nichts desto Trotz wäre auch dieser Ansatz im Rahmen der langgestreckten übergeordneten Verkehrswege auf Barum übertragbar.

8. Holdenstedt - Schloßstraße:
Fahrbahn mit Betonsteinpflaster, durch schmalen Grünstreifen abgesetzter Gehweg, Randstreifen / Zufahrten in Natursteingroßpflaster

Fazit: Deutlich ergibt sich die gestalterische Wirkung durch die Trennung von Fahrbahn und Gehweg durch einen Grünstreifen. Markant heben sich die mit Natursteinen gepflasterten Zufahrten sowie die Überfahrbereiche für größere Fahrzeuge im Bereich einer Mittelinsel hervor. Dagegen kann der flächenhaften Ausführung der Fahrbahn mit Betonsteinpflaster nur wenig gestalterische bzw. gliedernde Wirkung zugesprochen werden. Gar künstlich und nicht nachahmenswert wirkt das Pflastermuster, das in jeder zweiten Reihe eine wiederkehrende Anlage aufweist.

9. Suderburg - Graulinger Straße:
3,5 m Asphaltfahrbahn mit beiderseits 5-reihiger Gosse; abgesetzt durch einen schmalen Grünstreifen verlaufender Gehweg mit Betonsteinpflaster; Aufpflasterungen und Verengungen an Einmündungen

Fazit: Abgesehen von den 5-reihigen Gossen kommt dieser Straßenraum der geplanten zukünftigen Gestaltung vom Straßenraum in Horburg am nächsten. Durch den schmalen Grünstreifen wird der Gehweg eindeutig vom Fahrbahnbereich abgetrennt; und die Einmündungen von anderen Straßenräumen werden durch eine Pflasterung betont. Dabei ergibt sich beim Heranfahren an die Pflasterflächen durch die Anordnung von am Rand farblich abgesetzten Bänderungen die Wirkung einer Aufwölbung, was zusätzlich die Aufmerksamkeit erhöhen und die Fahrgeschwindigkeit abmindern vermag. Weiterhin reglementierend wirken sich die Verengungen im Bereich der Einmündungen aus, die aber auf die Situation in Horburg aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens nicht übertragen werden sollten.

10. Suderburg - Burgstraße:
Fahrbahn mit Betonsteinpflaster und gepflastertem Einmündungsbereich in übergeordneten Straßenraum

Fazit: Bei dieser vor etwa 15 Jahren vorgenommenen Straßenraumerneuerung stellt sich erneut das gleichmäßige Verlegemuster der Pflasterung als unpassend dar. Als nachteilig wird auch hier die Anordnung der beiden 85 cm breiten Muldenrinnen bei gleichzeitigem Fehlen eines separaten Gehweges eingestuft; denn somit sind die schwächeren Verkehrsteilnehmer bei einer Begegnung mit dem Fahrzeugverkehr gezwungen, in die Gossen auszuweichen. Als nachteilig hat sich hier zudem die Aufpflasterung des Einmündungsbereiches im Zuge des hier ansonsten asphaltierten Straßenraumes erwiesen. Durch die Lage innerhalb der enggezogenen Kurve, die gleichzeitig ein Außengefälle aufweist, besteht hier wegen des Materialwechsels insbesondere an Wintertagen eine Gefährdung durch Frosteinwirkung, die das Pflaster spürbar stärker betrifft als den Asphalt.

11. Hösseringen - Heerstraße:
3 m Asphaltfahrbahn mit beiderseits 5-reihiger Gosse; abgesetzt durch Grünstreifen verlaufender Gehweg; Aufpflasterungen von Einmündungen und Kreuzungsbereichen 

Fazit: Eine ganz ähnliche Wirkung wie in der Graulinger Straße in Suderburg ergibt sich im Zuge der neu angelegten Heerstraße, die wiederum als Beispiel für den Straßenraum Zur Horburg herangezogen werden kann. Auch hier kann die Anordnung mit dem mittigen schmalen Asphaltband, den beidseitig verlaufenden (allerdings in Horburg schmaler geplanten) Gossen, den randlichen Grünstreifen, dem dahinter abgesetzt von der Fahrbahn verlaufenden Fußweg sowie den Pflasterflächen im Bereich der Einmündungen übertragen werden. Für die Pflasterflächen wurde ein gerumpeltes Betonsteinpflaster eingesetzt, wie es auch in Horburg präferiert wird. Sehr positiv wird auch die Anlage einer Fahrbahnverschwenkung eingestuft, die in der Straße Zur Horburg anstelle des bisher geplanten Fahrbahnteilers vorgesehen werden könnte. Beachtenswert ist auch hier die Straßenbeleuchtung, die aus bogenförmig ausgebildeten Hängeleuchten der Fa. we-ef besteht.

12. Hösseringen - Museumsdorf:
Parkplatzfläche mit Brechkorn / Brechsanddecke

Fazit: Die hier gewählte wassergebundene Ausbauweise mit einer 4-5 cm starken Brechsandschicht (Korngrößen 0-8 mm) über einer 20 cm mächtigen Tragschicht aus Brechkorn (Korngrößen 0-32 mm) kann für die Herstellung von Ausweichstreifen (Barbarossaweg) oder von Nebenflächen (vor dem Friedhof oder auf dem Dorfplatz in St. Dionys), die nicht stark frequentiert werden, empfohlen werden. Die Erstellung erweist sich gegenüber einer Pflasterung als erheblich kostengünstiger und führt zu keiner flächenhaften Versiegelung. Trotzdem – oder: gerade deshalb! – ist hier die gleichmäßige Ableitung des Oberflächenwassers zu gewährleisten, die ansonsten in Kürze die aus feinen Bestandteilen bestehende Oberfläche erodieren würde. Deshalb unterliegen wassergebundene Decken immer auch einem geringen Pflegebedarf, der bei Vernachlässigung gravierende Schäden nach sich ziehen kann.

Die nächsten Treffen der Arbeitskreise finden statt am:

Arbeitskreis Barum und St. Dionys
Im August findet kein Arbeitskreis statt!
Mittwoch, 03.09.2008, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Flindt

Arbeitskreis Horburg
Donnerstag, 07.08.2008, um 19.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Horburg

Themen:
Barum und St. Dionys: Landschaftsraum, Grün im Dorf, Vorschläge zur Grüngestaltung

Horburg: Kostenschätzung Zur Horburg, Private Maßnahmen im Rahmen der DE

 

Bad Bevensen, 07.07.2008
Volker Warnecke