Protokoll zu den Arbeitskreissitzungen im Mai 2008

Gemeinde Barum – Gemeinde Marschacht

Dorferneuerung Barum, Horburg, St. Dionys und Oldershausen

Protokoll zur Arbeitskreissitzung Barum und St. Dionys

11.06.2008; 19.30 – 21.30 Uhr

Protokoll zur Arbeitskreissitzung Horburg

05.06.2008; 19.00 – 21.00 Uhr

Teilnehmer: Mitglieder des Arbeitskreises, Herr Warnecke (Planungsbüro Warnecke)

Barum – St. Dionys
In St. Dionys wurde zunächst die Umgestaltung des Knotenpunktes vom Barbarossaweg in den Gotenweg ange-sprochen. Nach der Bestandsaufnahme steht fest, dass der Einmündungstrichter mit Mittelinsel nicht als Umfahrung für den Busverkehr genutzt werden kann. Daraus folgt, dass der Busverkehr auch zukünftig in beide Richtungen im Straßenraum gewährleistet werden muss, so dass eine erwogene Einbahnstraßenregelung nicht weiter verfolgt werden kann.

Trotzdem bietet der Einmündungsbereich die Möglichkeit für eine umfassende Umgestaltung, die zu einer Ver-kehrsberuhigung und zu einer eher dörflichen Gestaltung in diesem historischen Bereich führen würde. So könnte die nördliche Zufahrt in den Barbarossaweg aufgegeben und zugunsten einer Grünfläche ausgebildet werden. Die südliche Zufahrt müsste dem entgegen insbesondere in nördlicher Richtung aufgeweitet werden, um die Einmündung möglichst im rechten Winkel auf den Gotenweg treffen zu lassen. Zur Betonung dieses Berei-ches wird wiederum eine einheitliche Befestigung vorgeschlagen, die sich eindeutig von den einmündenden Fahrbahnbereichen unterscheiden sollte.

Weiterhin könnte sich im Zuge der Anbindung des Barbarossaweges eine Verschwenkung ergeben, was ebenso zu einer erhöhten Aufmerksamkeit bzw. Verminderung der Fahrgeschwindigkeit führen könnte. Die Anlage der Bushaltestelle wird im Bereich der aufgegebenen Zufahrt vorgeschlagen, wo eine großzügige Wartezone und ein neues Buswartehaus (z.B. Holzfachwerk mit Boden-Deckel-Verschalung und Hohlpfanneneindeckung) nicht allein für die Fahrgäste, sondern - ergänzt um z.B. Hinweistafel u.ä. - auch von Ortsfremden, insbesondere Radwanderern, genutzt werden könnten. Ein entsprechendes Aufenthaltsmobiliar mit Fahrradanlehner und Tisch / Bänken wäre dabei vorzusehen.

Wie im Bereich vor der Kirche, so wird auch im Bereich vor dem Friedhof insbesondere für den parkenden Verkehr (bei Gottesdiensten, Veranstaltungen im Kirchengemeindehaus oder bei Trauerfeiern bzw. Bestattungen) die Anlage einer hinreichend befestigten, aber wassergebundenen Oberfläche z.B. mit einer Brechsanddecke vorgeschlagen. Zur Gliederung der Fläche vor dem Friedhof biete sich eine rahmende, gleichmässige Abfolge von Hochstämmen an. Der Hauptzuweg zum Eingang könnte zudem durch eine Pflasterung hervorgehoben werden.

Sinnvoll erscheint hier die Aufgabe der Wegeführung zu den westlich anliegenden Grundstücken, um die Vor-fläche einheitlicher zu gliedern und gleichzeitig zusätzliche Parkplätze anbieten zu können. Die anliegenden Grundstücke sollten statt dessen in direkter Weise an den Barbarossaweg angebunden werden, indem die Zufahr-ten durch die Gehölzfläche geführt werden.

Von großer Bedeutung sowohl für das Dorfbild als auch für das dörfliche Zusammenleben stellt sich in St. Dio-nys der Festplatz (u.a. Sommersonnenwendfest) dar, der westlicherseits vom Gotenweg erschlossen wird und im Süden und Osten vom Verlauf der Karl-der-Große Straße tangiert wird. Auf der Nordseite schließen sich zwei private Grundstücke an, die über die Platzfläche erschlossen werden. Hier befindet sich auch ein schmaler Zu-gang zum Grundstück der Kirche, der derzeit nicht mehr nutzbar ist. Der Platz bildet zum Straßenraum der Kreisstraße einen markanten Geländeversatz von bis zu 1,5 m aus. Randlich wird er durch kleinere Gehölze in z.T. flächenhafter Ausprägung eingefasst. Auf der Fläche befinden sich einige markante große Laubbäume oder auch Gehölzgruppen, die im nördlichen Abschnitt vielfach Koniferen (überwiegend Fichten) umfassen. Domi-nant ziehen sich aber zwei parallel angeordnete Reihen mit alten Linden etwa diagonal über die Fläche; sie zeichnen einen alten Wegeverlauf nach, der auch östlich, jenseits der Kreisstraße, im Bereich vom einmünden-den Widukindweg seine Entsprechung findet.

Vorgeschlagen wird eine behutsame Umgestaltung der Platzfläche unter Entnahme der nicht standorttypischen Koniferen und der heckenartigen und kleinwüchsigen Strukturen. Damit könnte die Fläche von den umgebenden Straßenräumen offener und deutlicher wahrgenommen werden. Die Wegeführung als Zufahrten zu den Grundstücken und für Fußgänger über die Fläche könnten ergänzt und in wassergebundener Befestigung erfol-gen. Gleiches gilt für die größere Freifläche im Anschluss zum Gotenweg. Denkbar erscheint weitergehend auch eine wassergebundene Wegeführung in etwa 3 m Breite, die exakt dem historischen Wegeverlauf folgen würde. Aus Sicht des Arbeitskreises ist insbesondere auch die Wiederherstellung der alten Fußwegverbindung zur Kir-che wünschenswert. Mit der Öffnung des Platzes und der Anlage der Wege verbindet sich auch die Erneuerung der Aufenthaltsbereiche und die neue Anordnung von entsprechendem Mobiliar. In diesem Zusammenhang wäre auch die Gestaltung vom Standort der Wertstoffcontainer zu überplanen, die vom Platz und vom Straßenraum Gotenweg sich weniger einsehbar zeigen sollten.

In Barum ergibt sich im zentralen Platzbereich nach Abstimmung mit der Feuerwehr bzw. der Samtgemeinde als Träger und unter Berücksichtigung der Ergebnisse des vergangenen Arbeitskreises folgende Planung: Der ge-plante Anbau von zwei zusätzlichen Garagen für die Feuerwehr ist im südöstlichen Bereich des Gebäudes vorge-sehen, so dass sich eine gemeinsame Orientierung der Öffnungen auf die bereits befestigte Zufahrt ergibt.

Nördlich des Feuerwehrgebäudes soll der Standort der vorhandenen Wippschaukel aufgegeben werden, mit dem Ziel, die Spielgeräte auf der zusammenhängenden Fläche im Süden des Gebäudes anzuordnen. Hier wird eine Erweiterung des Spielplatzes quasi bis zum Gebäude des Gemeindebüros vorgeschlagen; denn die dort vorhan-dene Grünfläche unterliegt derzeit keiner Nutzung. Nördlich der Feuerwehr könnte ergänzend der vorhandene Grünbestand gelichtet werden, so dass im Bereich der Einmündung vom Straßenraum Am Sportplatz eine Hin-weistafel in Bezug auf das Dorfzentrum errichtet werden könnte.

Über die Grünflächen westlich vom Feuerwehrgebäude bzw. nördlich vom Gemeindebüro, die ebenso zusam-mengeführt werden sollten, könnte eine fußläufige Wegeanlage die unterschiedlichen Funktionsbereiche mitein-ander verbinden. Wünschenswert wäre an dieser stelle auch die Erneuerung vom zentralen Buswartebereich mit Bushaltestelle, die hier quasi das dörfliche Zentrum nach Außen darstellt.

Im Zuge von Am Sportplatz wird zunächst eine Stellplatzanlage gegenüber der Zufahrt zur Feuerwehr vorgese-hen, die den Mitgliedern der Feuerwehr vorbehalten bleiben sollte. Erst auf Höhe des Spielplatzes sollte die beidseitig an die vorhandene Asphaltfahrbahn angeordnete Befestigung von Stellplatzflächen für den örtlichen Markt erfolgen, die wahlweise auch als Stellplätze z.B. für die Mitglieder der Feuerwehr benutzt werden könn-ten. Hiermit verbindet sich in Richtung Fußballplatz nur eine geringfügige Verschiebung der trennenden Grün-einfassung. Im Einmündungsbereich zur Kreisstraße sollten zudem die Verbindungen zu den hier vorhandenen Fußwegen ergänzend hergestellt werden.

Die Alte Dorfstraße in Barum stellt sich als frühere Ortsdurchfahrt dar, deren Funktion durch die Straße Am See übernommen wurde und deren westlichster Abschnitt in privates Eigentum überführt wurde. Die vorhandene, 6 m breite Betonbahnbefestigung und die teilweise vorhandene Hochbordanlage bezeugen die frühere Funktion; der Straßenraum stellt sich somit nicht als charakteristisch innerdörflicher Straßenzug mit gegliedertem, niveau-gleichem Ausbau dar. Zudem weist der Oberfläche der Ortbetonflächen altersbedingt vielfach Schäden auf, so dass spätestens mittelfristig eine Erneuerung der Fahrbahn und damit des gesamten Straßenraumes anstehen wird.

Unter Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Verkehrs bzw. Begegnungsverkehrs wäre wiederum eine Fahr-bahnbreite von mindestens 5,5 m anzustreben. Diese Breite könnte aber durch eine Überfahrbarkeit des durch eine in Struktur oder Farbe unterschiedene Oberfläche vom Gehwegbereich erfolgen, der dann gleichzeitig als Ausweichbereich fungieren könnte. Der Gehweg sollte dabei wieder auf der Seite der Gaststätte und damit auf der Seite der Innenkurve angelegt werden. Vor der Gaststätte könnten nördlicherseits der Fahrbahn ergänzende Stellplätze längs zur Fahrtrichtung angelegt werden, während die Fläche unmittelbar vor der Gaststätte – in Ab-stimmung mit dem Gastwirt – wiederum quer gegliedert werden sollte.

Einheitlich könnten im gesamten Straßenzug zudem die Grundstückszufahrten hergestellt werden. Der Bereich der westlichen Einmündung in die Kreisstraße könnte wiederum in andersartiger Pflasterung im Straßenraum betont werden. Offen bleiben muss an dieser Stelle noch eine neue Konzeption für die Grünfläche am Trafoturm, die zumindest aber in ihrem Gehölzbestand angemessener als dörfliche Mitte gestaltet werden sollte. Die Anlage einer rahmenden Bepflanzung (Hochstämme mit Hecken) oder aber gar ein flächenhafter Bestand mit Obstbäu-men wäre denkbar. Im Hinblick auf die angestrebte Neuordnung der zentralen Einmündung der beiden Kreis-straßen könnte auch eine Verlagerung des Einmündungstrichters der Alte Dorfstraße in Richtung Trafoturm sinnvoll, um die derzeit unmitttelbar benachbart liegenden Einmündungen voneinander zu trennen und damit die Verkehrssituation besser zu reglementieren.




Horburg
Ergänzend zum vergangenen Arbeitskreis wurden die in Teilabschnitten veränderten Ausbauvorschläge im Ver-lauf der Straße Zur Horburg dargestellt. So soll die im Einmündungsbereich von Am Ilmenautal gelegene Park-platzfläche direkt vom Straßenraum Zur Horburg angefahren werden können, um die Orientierung zum Dorfge-meinschaftshaus verdeutlichen zu können. Die Form des Grundstücks gibt hier eine mittige Erschließung und die zweizeilige Anordnung von jeweils quer zur Fahrtrichtung zu beparkende Flächen vor.

Aufgrund des langgestreckten, nicht durch entsprechend verändert gepflasterte Einmündungsbereiche geglieder-ten Fahrbahnverlaufs sollte im Straßenraum etwa zwischen einerseits der Einmündung von Am Ilmenautal und anderseits dem Grabendurchlass ein zusätzliche Betonung erfolgen. Aufgrund des hier beiderseits zur Verfügung stehenden Seitenraumes besteht hier die Möglichkeit, einen ca. 1,5 bis 2,0 m breiten Fahrbahnteiler einzubauen, der die jeweiligen Fahrtrichtungen voneinander trennt und demzufolge eine markante Verschwenkung der Fahr-spuren mit sich bringen würde. Eine Überquerungshilfe wird hier nicht für erforderlich gehalten und benötigte auch eine Mindestbreite von 2,5 m, die im Straßenraum unter Gewährleistung von Fahrspurbreiten von jeweils mindestens 3,5 m nicht zu realisieren wäre. Aufgrund des landwirtschaftlichen Verkehrs mit z.T. überbreiten Fahrzeugen sollte jedoch keine Baumbepflanzung, sondern lediglich eine in geringer Höhe wachsende bzw. zu schneidende Hecke (Ligustrum vulgare Lodense) den Fahrbahnteiler markieren.

Des weiteren ist nun die gesonderte fußläufige Verbindung vom Schulweg bis zum Weg zum Ehrenmal, der gleichzeitig die hinterliegende Bebauung fußläufig erreichen lässt, im Straßenraum als befestigte Fläche darge-stellt worden. Nicht abschließend zu klären ist an dieser Stelle die exakte Lage und Ausbildung der Bushaltestel-len im Bereich der Schule. Einigkeit herrscht im Arbeitskreis darüber, die Haltestelle möglichst auf Höhe des Grundstücks der Schule und somit östlich der Einmündung vom Schulweg anzuordnen. Diese Anordnung – im Zusammenhang mit der veränderten Einmündungssituation in die Kreisstraße – bedarf allerdings der Einwilli-gung des Landkreises. Mehrheitlich spricht sich der Arbeitskreis auch für das Halten der Busse auf der Fahrbahn aus und lehnt damit die Ausbildung einer separaten Busbucht ab. Auch diesbezüglich herrscht Abstimmungsbe-darf mit der Straßenverkehrsbehörde; denn beim Halten des Busses wird dem aus dem Schulweg einmündenden Verkehr die Sicht in Richtung Kreisstraße unterbunden.

Weiterer Abstimmungsbedarf herrscht auch in Bezug auf die Gestaltung des südlich der Einmündung in die Kreisstraße liegenden Bereiches, der teils als Informationsbereich dient, der teils eine mit Koniferen bepflanzte Grünfläche zeigt und der zudem durch die zahlreichen in Reihe aufgestellten Schaltkästen der Telekom unpas-send gestaltet ist. Im Zuge der Veränderung der Einmündung ergäbe sich durch die Aufweitung dieses Seitenbe-reiches auch hier die Chance, diesen Ortseingangsbereich sowohl für Barum als auch für Horburg aufzuwerten. So könnten sowohl Grünanlage als auch Informationsbereich attraktiver gestaltet werden, wobei eine Abstim-mung mit dem Eigentümer des Nachbargrundstückes eine bessere Orientierung bzw. Nutzbarkeit der Flächen zuließe. Gleichzeitig könnten die Schaltschränke – getrennt durch den Fußweg – von einer Grünfläche mit nied-rigem Heckenbewuchs verdeckt werden. Nichts desto Trotz darf die Zugänglichkeit für die Telekom nicht einge-schränkt werden.

Neben der Straße Zur Horburg ergibt sich auch Erneuerungsbedarf im Zuge des Straßenraumes Im Winkel, der den nordwestlichen Altdorfbereich erschließt. Der etwa 400 m lange Straßenzug besteht aus einer 3 m breit as-phaltierten Fahrbahn, die im südlichen Bereich lediglich von grasbewachsenen Seitenstreifen umgeben ist, wäh-rend der nördliche Abschnitt auf der einen Seite eine 3-reihige Gosse als Wasserführung und auf der anderen Seite einen Gossenstein sowie ein mit einem Hochbord angebauten Gehweg in 1,5 m Breite aus Betonverbund-steinpflaster aufweist. Insbesondere im Bereich der Fahrbahn besteht Handlungsbedarf für eine Erneuerung; wobei die Schäden auch in diesem Straßenzug sich nicht nur auf die Oberfläche des Fahrbahnbelags beziehen, sondern insbesondere die Netzrisse auf eine mangelhafte Tragfähigkeit im Aufbau verweisen.

Im südlichen Abschnitt wird aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens eine Neugestaltung in Form einer 3 m breiten Asphaltdecke als ausreichend angesehen. Hier kann die Wasserführung bzw. -ableitung sehr einfach über die breiten Grünstreifen erfolgen. Der Straßenraum endet im Süden und weitet sich als Platzfläche aus, die als Wendefläche für PKW zumindest in wassergebundener Weise befestigt oder wegen der auftretenden radialen Kräfte mit einer Pflasterung versiegelt werden sollte. Wie im Straßenraum Zur Horburg könnten im Verlauf von Im Winkel auch die einmündenden Stichwege durch eine Pflasterung hervorgehoben werden.

Im nördlichen Abschnitt sollte im Zuge einer möglichen kompletten Erneuerung die Hochbordanlage mit dem Gehweg entfernt werden. Statt dessen könnte hier neben der neuen Asphaltfahrbahn und getrennt durch eine 3-reihige Muldengosse ein niveaugleich mit Betonstein gepflasterter Gehweg angelegt werden, der sowohl für die Fußgänger als auch für Ausweichbewegungen beim Begegnungsverkehr zur Verfügung stehen könnte.

Im Sinne eines einheitlich wirkenden Dorfbildes sollten in diesem Straßenzug die gleichen Gestaltungselemente wie im Straßenraum Zur Horburg zum Einsatz gebracht werden.

Deutlich weniger Handlungsbedarf als in den beiden angeführten Straßenräumen besteht im Zuge der Schulstra-ße, die in südlicher Richtung vom Straßenraum Zur Horburg abzweigt und sowohl die Schule, den Kindergarten als auch die Turnhalle sowie die umgebende Wohnbebauung erschließt. Auch hier wird der zentrale Straßenraum von einer 3 m breiten Asphaltfahrbahn eingenommen, die derzeit allerdings kaum Schadensbilder aufweist und offenbar trotz ihres Alters (1973) auch über eine ausreichende Tragfähigkeit verfügt.

Östlicherseits, vor der Schule, schließt sich ein mit Rasengittersteinen zum Beparken nutzbarer Randstreifen an, während westlicherseits ein breiter Grünstreifen bzw. ein Schotterstreifen besteht. Da im Bereich der Schule bzw. vom Kindergarten teilweise ein enormer Stellplatzbedarf besteht, ist hier bei stellenweise beidseitig bepark-ten Seitenstreifen der fließende Verkehr z.T. erheblich behindert. Entsprechend wird seitens der DE-Planung eine veränderte Anordnung der seitlichen Stellflächen vorgesehen, die schließlich nur ein einseitiges Beparken vorsieht, während die vorhandene Fahrbahn um einen schmalen Ausweichstreifen ergänzt werden könnte. Zu bedenken und sicher zu gewährleisten ist in diesem Bereich die Ableitung des Oberflächenwassers, das in südli-cher Richtung konsequent mit einer Gosse zum vorhandenen Rohgraben in Richtung Vorfluter geleitet werden sollte.

Die Straßenbeleuchtung besteht in Horburg überwiegend aus an hohen Masten mit kleinem Ausleger angebrach-ten Kofferleuchten. Sowohl die Mastform als auch die Gestaltung des Lampenschirmes lassen dabei keine ge-stalterische Anpassung an das historische Ortsbild erkennen. Vielmehr lässt die Form die schmucklosen Be-leuchtungskörper als typische Industrieleuchten bezeichnen. Zudem sind die vorhandenen Abstände zwischen den Lampen von rd. 60 - 65 m zu weit für eine ausreichende Ausleuchtung. Bei der angestrebten Kompletter-neuerung des Straßenraumes Zur Horburg sollte auch ein neues Beleuchtungskabel verlegt werden, weil das vorhandene nicht auf der Seite vom vorhandenen Gehweg liegt und weil die vorhandenen Standorte lediglich durch einzelne Abzweigungen erreicht werden.

In Verbindung mit den Erneuerungen im Straßenraum sollte immer auch eine Verbesserung der Beleuchtungssi-tuation stehen, die für Horburg bzw. für die gesamte Gemeinde Barum einheitlich in sämtlichen Straßenräumen vorgenommen werden sollte. Der angemessenen Straßenraumbeleuchtung kommt wie der Auswahl eines dorf-bildgerechten Pflasters eine große Bedeutung zu. Verschiede funktionale Kriterien wie die Standortwahl, die Entfernung , die Lichtpunkthöhe und die Leuchtmittelausstattung sind dabei mit gestalterischen Kriterien wie die Form, Farbe oder Lampengröße abzuwägen.

Bei der Auswahl der Straßenbeleuchtung wurde in der Vergangenheit die Auswirkung auf nachtaktive Lebewe-sen bisher kaum berücksichtigt, deren Lebensweise empfindlich gestört werden kann. Gleichermaßen ist es loh-nenswert, wirtschaftliche Argumente abzuwägen. Untersuchungen (z.B. BUND) belegen, dass dabei der Ver-wendung des Leuchtmittels entscheidende Bedeutung zukommt. So werden nachtaktive Insekten insbesondere durch das bekannt "weiße" Licht der Quecksilberdampfhochdrucklampe (HME-Lampe) erheblich irritiert. Sie geraten auf eine spiralförmige Flugbahn um die Straßenleuchte und verenden entweder vor Erschöpfung oder durch Verbrennen bei offenen Leuchtenkörpern. Neben den nachteiligen ökologischen Folgen sind hiermit aus wirtschaftlicher Sichtweise auch erhebliche Reinigungskosten verbunden. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich bei Verwendung von Natrium-Xenon-Hochdrucklampen (Na-Xe-Lampen).

Weit umweltfreundlicher sind dagegen Natriumdampflampen mit dem "gelben" Licht anzusehen, weil das Spektrum für die meisten Insekten kaum sichtbar und damit wenig störend ist. Außerdem besitzen diese Lampen bei gleicher Wattleistung eine bessere Lichtausbeute, so dass hier geringere Wattleistungen eingesetzt werden können, wodurch Energie eingespart wird. Gegenüber Natriumdampfniederdrucklampen, die aufgrund mono-chromatischem Licht kein Farbsehen ermöglichen, bietet dabei die Natriumdampfhochdrucklampe (HSE / T-Lampe) ein normales Helligkeits- und Farbempfinden; lediglich die Farben erscheinen weniger leuchtend.

Weitere Anforderungen an eine effektive Straßenbeleuchtung sind mit dem Schutz der Lampe vor äußeren Ein-flüssen, mit der nach unten gerichteten Lenkung des Lichtstrahls, mit der zu vermeidenden Direktblendung der Verkehrsteilnehmer, einer möglichst geringen Lichtpunkthöhe sowie einer leichten Montage und Wartung zu beschreiben. Überdies sind offene Leuchten ("Insektenfallen") wie auch "moderne" indirekte Lichtinstallationen mit übermäßigen Lichtverlusten zu vermeiden.

Neben der Anregung zur Verwendung einer ökologisch wie ökonomisch sinnvollen Beleuchtungsart ist auf eine effiziente Betriebsweise zu verweisen: Wechselschaltung, Halbnachtschaltung oder Leistungsreduzierung kön-nen beispielhaft angeführt werden. In Verbindung mit einer teilweisen Erneuerung der Straßenbeleuchtung sollte deshalb im Rahmen der Dorferneuerung auch für die bestehende Straßenbeleuchtung eine Modernisierung der Steuerungstechnik vorgesehen werden.

Da die Entstehung von Hell- und Dunkelzonen zur Schaffung einer dörflichen Atmosphäre durchaus beiträgt, sollten die Beleuchtungskörper in ausreichendem Abstand zueinander installiert werden. Der Abstand zwischen den Straßenlampen ist vom jeweiligen Lampentyp bzw. dessen Lichtkegel abhängig. Eine Reduzierung auf etwa 40 m erscheint sinnvoll; wobei die Standorte der Beleuchtung von wichtigen Bereichen wie Einmündungen oder Überquerungsstellen ausgehen bzw. weg vom vorhandenen Baumbestand orientiert werden sollten. Grundsätz-lich sollte die Höhe der Beleuchtungskörper in den kommunalen Straßenräumen 4,50 m nicht überschreiten. Im Zuge von den übergeordneten Straßenräumen sind aber Höhen von bis zu 6,00 m unumgänglich.

 

Die nächsten Treffen der Arbeitskreise finden statt am:

Gemeinsamer Arbeitskreis
Sonnabend, 28.06.2008, um 8.00 Uhr in Horburg

Thema: Beispiele für Straßenraumgestaltungen in den Landkreisen Lüneburg und Uelzen

Arbeitskreis Barum und St. Dionys

Mittwoch, 06.08.2008, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Flindt

Arbeitskreis Horburg

Donnerstag, 07.08.2008, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Horburg

 

Themen:

Barum und St. Dionys:
Übersicht und Ergänzung der öffentlichen Maßnahmen, private Maßnahmen im Rahmen der DE

Horburg:
Kostenschätzung Zur Horburg, Private Maßnahmen im Rahmen der DE

 

Bad Bevensen, 27.06.2008
Volker Warnecke