Protokoll zu den Arbeitskreissitzungen Grün im September 2008

Dorferneuerung Gemeinde Barum

Arbeitskreissitzung Grün im Dorf  St. Dionys und Barum
Am: 3.9.2008
Zeit: 19:30 – 22:00 Uhr
Arbeitskreissitzung Grün im Dorf Horburg
Am: 4.9.2008
Zeit: 19:00 – 21:15 Uhr

Protokolle

Natur- und Landschaftsschutz

Laut Landschaftsrahmenplan des Landkreis Lüneburg befinden sich in der Umgebung von Barum, St. Dionys und Horburg zahlreiche Flächen, welche die Kriterien zur Ausweisung als geschützter Landschaftbestandteil (GLB) nach §§ 28 NNatG erfüllen. Geschützte Landschaftbestandteile sollen das Orts- und Landschaftsbild beleben oder gliedern, zur Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes beitragen oder das Kleinklima verbessern oder schädliche Einwirkungen abwehren. Erfüllt werden diese Kriterien von ca. 37 geschützten Landschaftsbestandteilen, von denen diejenigen in Ortslage oder am Ortsrand der drei Orte gelegenen näher vorgestellt wurden.

Horburg:

In und um Horburg folgende Landschaftsbestandteile: ca. 100 jährige, dorfbildprägende Laubholzhaine aus Eichen und Eschen (GLB 27), dazwischen Grünland mit Baumreihen und im nördlichen Bereich 2 bewaldete Altarme der Neetze. Das Fließgewässer Neetze (GLB 28) vom Zusammenfluß mit Alter Ilmenau bis Horburg  ca. 700 m lang und mit 25 m breiter Aufweitung; Grünland mit Sumpfland (GLB 29) zwischen Neetze und Deich auf fluviatalen Schlick und das Fließgewässer „Alte Ilmenau“  (GLB 37) südwestlich von Horburg.

St. Dionys:

In und um St. Dionys folgende Landschaftsbestandteile: die „Dammwiesen“ (GLB 62) südlich des Neetzekanals als teilweise sehr nasse Grünländereien mit Hochstauden und Orchideen; das Stillgewässer und die Feuchtbrache „Hundemoor“ (GLB 63) nördlich von St. Dionys sowie Heideflächen (GLB 64) im Kiefernwald am nordwestlichen Ortsrand. Im Westen von St. Dionys befindet sich „Großmutters Land“ (GLB 60), ein in die Ilmenauniederung hineinragender Laubmischwald. Im Nordwesten liegt die „Gruft“ (GLB 65), ein verlandender Altarm vom Neetzekanal durchflossen. Am südlichen Ortsrand (GLB 113) beginnt ein Niederungsabschnitt der Ilmenau bestehend aus Feuchtgrünland und ca. 120 ha groß. Bemerkenswert ist außerdem ein 15 ha großes Altholz mit dem Namen „Im Holze“ (GLB 61), bestehend aus einem Buchen – Eichenwald und vom Neetzekanal durchflossen.

Barum:

In und um Barum folgende Landschaftsbestandteile: das Stillgewässer „Barumer See“ (GLB 25) als Seenartige Aufweitung der Neetze mit ca. 10 ha Wasserfläche; die „Seewiesen“ (GLB 24) mit einer älteren Fischteichanlage im Bereich ehemaliger Sumpfflächen am Barumer See; eine ca. 1000 m lange und 100 m breite Dünenkette (GLB 70) mit Heide und Magerrasen in Kiefernbeständen südlich von Barum und ebenfalls durch Heide gekennzeichnet und Magerrasen eingestreut, ein Kiefernforst östlich von Barum „Im Hasenwinkel“ (GLB 69).

Landschaftliche Einbindung

St. Dionys: Der südliche Ortsrand von St. Dionys ist durch einen Kiefernforst gekennzeichnet. In diesen Nadelholzbestand hinein, in östlicher Richtung hat sich der Ort in den letzten Jahrzehnten z.B. mit dem Heidedorf erweitert. Am nordöstlichen Ortsrand erstreckt sich dagegen ein Niederungsbereich mit Grünlandnutzung und Baumreihen aus Eichen. Die westlichen Ortsrandstrukturen bestehen ebenfalls im Wesentlichen aus Grünland mit davor gelagerten Gehölzstreifen aus Erlen, einer größeren zusammenhängenden Kiefern-Waldfläche und aus einem Eichenhain. Ähnlich stellt sich die Situation der Einzelhausbebauung im Norden dar. Auch hier liegen die teilweise sehr großen Grundstücke in einer Kiefernwaldfläche.
 

Barum: Ähnlich wie in Horburg die Neetze, ist der Barumer See das prägende Landschaftselement am Nordöstlichen Ortsrand. Die besiedelte Uferseite des sich in Privatbesitz befindlichen Sees ist aber im Gegensatz zu Horburg sehr viel stärker beeinträchtigt durch menschliche Nutzung. Begründet ist dies durch die leichtere Zugänglichkeit, die höhere Freizeitnutzung als Badesee und Angelsee sowie dem Campingplatz. Das Ufer ist nur teilweise mit Gehölzen begrünt. Dabei handelt es sich um Weiden, Eichen, Eschen und Erlen. Im Bereich des Campingplatzes und in einigen umliegenden Gärten sind jedoch häufig Koniferen statt standorttypischer Ufergehölze zu finden. Die gegenüberliegende Uferseite ist mit Röhrichtzonen, Grünland und Einzelgehölzen (Weiden, Kopfweiden) naturnah ausgebildet. Allerdings befindet sich hier auch der Badestrand mit störendem Einfluß auf die Uferzone und den dort lebenden Wasservogelarten (Brutgebiet). Die Siedlungserweiterung in Barum hat in erheblichem Ausmaß vor allem im südlichen und westlichen Bereich stattgefunden. Die Erweiterung erfolgte in die dort vorhandenen Kiefernwaldbestände, so dass die Ortsränder bis auf die jüngste Bebauung (entsprechende Eingrünung fehlt bisher) gut in die umliegende, vorwiegend als Acker genutzte Landschaft eingebunden sind. Der südwestliche Ortsrand liegt ebenfalls im Kiefernforst, während der nordwestliche Ortsrand an Grünländer grenzt und in Teilbereichen zusätzlich mit heimischen Sträuchern und Bäumen in den Privatgärten bepflanzt sind.

Horburg: Die langgestreckte Ortschaft Horburg zieht sich etwa 1200 m in nordöstlicher Richtung entlang der Neetze und wird so an seinem östlichen Ortsrand durch das Gewässer geprägt  Die meisten Hofstellen liegen entlang des Fließgewässers und weisen am Uferrand typischen Gehölzbestand aus Eichen, Eschen, Erlen, Weiden und Pappeln auf. Auf der unbebauten gegenüberliegenden Uferseite werden die landwirtschaftlichen Flächen traditionell als Grünlandflächen genutzt. Der südliche Ortsrand in Horburg wird durch den Schöpfwerkskanal, der eine Verbindung zwischen der Neetze und dem Ilmenaukanal herstellt, eingegrenzt. Auch hier reichen die bebauten Grundstücke bis an das Kanalufer heran. Die Uferrandbepflanzungen der meist als Ziergarten genutzten Gärten weisen in einigen  Bereichen Lücken auf und werden intensiv gepflegt. Auf der gegenüberliegenden Uferseite befindet sich ein Gehölzstreifen mit Laubbäumen aus Ahorn, Eichen,  Eschen, Erlen, Weiden und Holundergebüsch.

Maßnahmenvorschläge
St. Dionys
1.)Linden auf dem Schulhügel und an der Kirche
St. Dionys wird geprägt von einem großen Bestand an Winterlinden von denen sich ca. 40 Stück um die Kirche herum befinden und ca. 30 Linden die Allee auf dem Schulhügel bilden.
Für diesen Baumbestand in etwa gleicher Altersklasse (ca. 100 Jahre) sollte eine Bestandaufnahme hinsichtlich Vitalität und Alter angefertigt werden, um mögliche baumpflegerische Maßnahmen durchzuführen zum Erhalt dieses ortbildprägenden Baumbestandes beizutragen.
Baumpflege umfasst Maßnahmen am Baum und im Baumumfeld zur Vermeidung von Fehlentwicklungen und zur Erhaltung der Vitalität eines Baumes. Im Siedlungsraum sind die Verkehrssicherungspflicht und die Beschattung die häufigsten Gründe, entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

 Fachgerechte Baumpflege beinhaltet:
die weitere Entwicklung des Baumes fördern,
Erkrankungen des Baumes therapieren,
entsprechend der Entwicklungsphase des Baumes ausführen,
anerkannte Methoden verwenden.

Nicht fachgerechte Baumpflege heißt:
die Kappung von Bäumen,
falsche Schnittführung,
nicht notwendige Starkastschnitte (nicht über 10 cm ),
Maßnahmen die den Baum mehr schaden als nützen.
 

Die Allee auf dem Schulhügel sollte im Seitenbereich zur Karl der Große Straße von Bewuchs (Sträucher und, Bäume) freigehalten werden, um den Alleecharakter von Außen erkennbarer werden zu lassen. Eine punktuelle Bepflanzung im Seitenbereich könnte mit kleinwüchsigen Sträuchern erfolgen.

2.) Rotdorne Widukindweg
Im Widukindweg wachsen am südlichen Straßenrand Rotdorne. Die Rotdorne sind unterschiedlicher Altersstruktur, stehen z.T. unter hohen Eichen und können durch ihre Kleinkronigkeit keine Raumwirksamkeit im Straßenbild entwickeln. Zudem werden die Rotdorne von vielen Krankheitserregern befallen; verstärkt in den letzten Jahren durch Blattfleckenpilze. Die Bäume blühen im Frühjahr zwar prächtig auf, die Blätter werden dann jedoch von der Blattfleckenkrankheit befallen und können sich nicht entwickeln. Eine Bekämpfung durch zu wiederholenden spezifischen Fungizideinsatz ist zwar möglich, setzt aber auf Grund der Ähnlichkeit der Befallsbilder jeweils eine mikroskopische Bestimmung des Erregers voraus, ist technisch aufwändig und aus ökologischen Gründen abzulehnen. Ein Rückschnitt bis in gesunde Holz kann Abhilfe schaffen, ist aber nur dann vertretbar, wenn der natürliche Habitus erhalten bleibt und die Schnittflächen durch den Baum geschlossen werden können. Der jahrelange Befall führt zum Absterben der Bäume. Die Rotdorne sollten deshalb aus dem Straßenbild entfernt werden. Die entstehenden Lücken im Straßenverlauf sollten durch Eichen-, Eschen- oder Lindenneupflanzungen in den Bereichen erfolgen, wo keine alten Laubbäume an den Grundstücksgrenzen wachsen.

3.) Obstbäume Frankenweg
Im Frankenweg am westlichen Ortsrand könnte am Stichweg in die Niederung eine Obstbaumreihe mit hochstämmigen (Kronenansatz in 1,80 m Höhe) Apfelbäumen gepflanzt werden. Die Sortenauswahl sollte regionale Sorten wie z.B. Finkenwerder Herbstprinz, Celler Dickstiel oder Glockenapfel beinhalten. Platz wäre für ca. 6-7 Bäume in Reihe gepflanzt.

4.) Friedhof in St. Dionys
Der Bereich am nördlichen Zugang des Friedhofes in St.Dionys gestaltet sich ländlich mit einem Bestand an (Kopf)- Linden entlang des Zaunes. Im südlichen Bereich wurden in den sechziger Jahren, als viele alte Gräber eingeebnet wurden, Fichten gepflanzt, die hoch gewachsen jetzt im unteren Kronenbereich trockene Äste haben und verkahlen. Zudem sind dort Lebensbäume vorhanden die zu dicht an den Fichten stehen und daher nur einseitig grün ausgebildet sind. Dieser Bereich wirkt ohne Struktur, beengt, düster und abweisend. Hinzu kommt ein ungepflegter Grünabfallbereich. Der westliche Rand wird durch einen mehrreihigen, sehr eng bepflanzten Fichtenbestand eingefriedet. Am östlichen Rand befindet sich in einem Teilabschnitt eine Sichtschutzwand aus Holzelementen auf dem Nachbargrundstück. 

Reste der ursprünglichen und dörflichen Begrünung des Friedhofes befinden sich etwa in der Mitte mit einigen alten Linden, die regelmäßig zurückgeschnitten werden. Diese traditionelle Gestaltung mit Laubbäumen sollte bei der notwendigen Neugestaltung des Friedhofes wieder aufgegriffen werden. Der zentrale Weg über den Friedhof sollte z.B. von einer Winter-Lindenreihe, die zu Kopflinden geschnitten werden können eingefasst werden. Der gesamte Fichtenbestand und auch die hohen Lebensbäume sollten entfernt werden. An den Rändern könnten beispielsweise Flatterulmen in Abständen von 10m gepflanzt werden und dazwischen, in Gruppen angeordnet, weißer und violetter Flieder, roter und gelber Hartriegel, Pfaffenhütchen, Kreuzdorn oder schwarzer Holunder. Die Blätter der  Flatterulme beginnen schon bei leichtem Wind zu rascheln und können so eine andächtige Atmosphäre schaffen.

Auch auf den durch die Fichtenentnahme frei gewordenen Flächen sollten Laubbäume gesetzt werden, die durch Sträucher wie z.B. Schmetterlingsstrauch, Goldglöckchen oder Bauernjasmin ergänzt werden können. Der Grünabfallbereich kann ebenso wie die Sichtschutzwand mit einer Schnitthecke aus Hainbuche oder Liguster eingegrünt werden.


Barum:

1.)Ortsmitte / Kreuzungsbereich /Grünanlagen
In Barum ist durch Veränderungen des Straßenverlaufs, durch Neubauten von Wohnhäusern und Gewerbehallen, rein funktionalen Gebäuden (SB-Automat der Volksbank) und Veränderungen in der Landwirtschaft der ursprüngliche dörfliche Charakter verloren gegangen. 

Zur Wiederherstellung eines prägenden, geschlossenen, traditionell dörflichen und dem Naturraum angepassten Ortsbild ist es nötig die vorhandenen Freiflächen und Straßenräume im Ort umfangreich und nachhaltig zu begrünen. Im östlichen Ortseingang der Straße Am See und im Bereich des Gasthauses ist ein alter, ortsbildprägender Baumbestand aus Eichen vorhanden. Intensive Bemühungen erfordert wird die Herstellung einer möglichst geschlossenen Baumreihe an der Straße Am See im Zuge der Ortsdurchfahrt der K 1 die zahlreiche Abschnitte ohne Baumbestand oder mit störendem Nadelholzbestand oder unbegrünten Sichtschutzelementen aufweist. Vorbild sollte der alte Eichenbestand an der Wiese des Hofes Dittmer sein. Ein alter, ortsbildprägender Baumbestand ist ebenfalls im Bereich des Gasthauses vorhanden. Dagegen fehlt eine derartige Begrünung im westlichen Ortseingang. Neupflanzungen mit den Straßenraum prägenden und raumfüllenden Laubbäumen wird zum Teil nur auf privaten Grundstücken erfolgen können. Diese Flächen sind in der Ortsdurchfahrt durch unbebaute Bereiche vielfach vorhanden und es könnten Gespräche mit den Grundstückseigentümern über entsprechende Pflanzungen geführt werden. Mögliche Bereiche wären z.B. die Wiese am Gasthaus, die Wiese im Kreuzungsbereich, der Hofrand westlich der Grünfläche im Kreuzungsbereich, der Kurvenbereich am westlichen Ortseingang, das Grundstück gegenüber von Hof Dittmer, das unbebaute Grundstück neben der Gewerbehalle sowie vor der Gewerbehalle selbst u.a. Die Flächen befinden sich zum Teil im öffentlichen (mit konkreten Umsetzungsmöglichkeiten!) oder privaten Besitz und sollten gemeinsam beplant und abgestimmt werden.

Die Grünanlage im Kreuzungsbereich Am See und Alte Dorfstraße besteht aus einem ca. 3 m breiten Streifen der mit Kartoffelrosen und dem Bodendecker Cotoneaster bewachsen ist. Versteckt darin befindet sich eine Sitzgruppe mit Bänken, die nicht gerade zum verweilen einlädt. Zur Alte Dorfstraße hin besteht die Fläche aus Scherrasen und drei jüngeren Eichen. Die Fläche sollte offener wirken. Dazu ist es nötig, die Kartoffelrosen und den Cotoneaster zu entfernen. Auf der zu ergänzenden Rasenfläche und am Straßenrand könnten noch zusätzlich Eichen gepflanzt werden. Weiterhin sollten in Gruppen zusammengefasste Sträucher wie Hartriegel und Flieder gesetzt werden. Die Sitzbänke sollten sichtbar aufgestellt werden, z.B. in Verbindung mit der vorhandenen Info-Tafel.

Nicht ins Ortsbild passt das rein funktionelle, weiße SB-Terminal der Volksbank für das nach einem alternativen, aber doch zentralen Standort gesucht werden sollte. Zumindest aber sollten Baumpflanzungen das von einer Schnitthecke umgebende Gebäude eingrünen.

Der großflächige Sport- und Bolzplatz kann in seinen Randbereichen durch weitere Bepflanzungen aufgewertet werden z.B.:

durch blühende heimische Gehölze am Straßenrand oder eine Reihe aus Obst, bzw. Laubbäume (Feldahorn, Birken, Eichen, Linden) entlang des Fußweges am südwestlichen Rand. Es besteht sogar die Möglichkeit, eine Allee anzulegen. Bei einer Pflanzung mit hochstämmigen Obstbäumen, könnte die Reihe/Allee zu einem Obstbaumlehrpfad entwickelt werden und würde Information über den ökologischen und kulinarischen Wert alter Obstsorten der Region vermitteln. Pflanzung und Pflege (evtl. Jugendfeuerwehr?) könnte mit Kindern und Jugendlichen ausgeführt werden (s. Horburg). Die Sorge von verderbenden Obst und Problemen mit Wespen am Sportplatz sollte kein Argument gegen eine solche Pflanzung sein. In der Regel finden sich schnell Liebhaber für die Früchte, wenn sie denn erst nach zehn Jahren Früchte tragen. Als regionale Sorten kommen z.B. Finkenwerder Herbstprinz, Celler Dickstiel, Bardowicker Sommerbergamotte (Birne) u.ä. in Frage. Für das Ortsbild in Barum wären blühende Obstbäume ein idealer Ansatz, dörfliche Grünstrukturen zu schaffen.

Vom Gelände des Gemeindebüros zum Sportplatz besteht ein Geländeversprung, der von Betonelementen abgefangen wird und nur leicht begrünt. Um einen sanfteren Übergang zu schaffen, sollte entlang der Winkelstützen eine Reihe mit Sträuchern (Hasel, Holunder, Hartriegel, Flieder) und einigen Laubbäumen (Abstände: 10-15m) bepflanzt werden.

Intensive Bemühungen erfordert wird die Herstellung einer möglichst geschlossenen Baumreihe an der Straße Am See im Zuge der Ortsdurchfahrt der K 1 die zahlreiche Abschnitte ohne Baumbestand oder mit störendem Nadelholzbestand oder Sichtschutzelementen aufweist. Vorbild sollte der alte Eichenbestand an der Wiese des Hofes Dittmer sein. Ein alter Baumbestand ist ebenfalls im Bereich des Gasthauses vorhanden. Neupflanzungen mit den Straßenraum prägenden und raumfüllenden Laubbäumen wird nur auf privaten Grundstücken erfolgen können. Diese Flächen sind in der Ortsdurchfahrt jedoch durch unbebaute Bereiche vielfach vorhanden und es könnten  Gespräche mit den Grundstückseigentümern über entsprechende Pflanzungen geführt werden. Mögliche Bereiche wären z.B. die Wiese am Gasthaus, die Wiese im Kreuzungsbereich, der Hofrand westlich der Grünfläche im Kreuzungsbereich, der Kurvenbereich am westlichen Ortseingang, das Grundstück gegenüber von Hof Dittmer, das unbebaute Grundstück neben der Gewerbehalle sowie vor der Gewerbehalle selbst u.a.

2.) Barumer See
Die Gärten am Barumer See sind oftmals mit Koniferenbeständen begrünt. In einigen Bereichen haben Grundstückseigentümer derartige Gehölze bereits entfernt und beabsichtigen Obstbäume als Ersatz zu pflanzen. Solche Vorhaben sind zu unterstützen, z.B. hinsichtlich einer Beratung über die Ausführung. Der Uferbereich sollte durch Ergänzungen mit Weide, Erle, Esche, Faulbaum und Schneeball naturnaher geprägt werden.

4.) Neubaugebiete
Bei dem Neubaugebiet am südöstlichen Ortsrand, das in die Ackerflächen hineinragt, sollte darauf geachtet werden, dass an den Grundstücksgrenzen geforderte Pflanzungen mit heimischen Sträuchern und Bäumen auch vorgenommen werden um eine gute Einbindung in die Offenlandschaft zu erzielen. In den älteren Siedlungserweiterungen, in denen die Gärten überwiegend als Ziergarten ausgebildet, sind gibt es einige noch unbebaute Grundstücke. Vielleicht hat die Gemeinde genügend Mittel um durch Ankauf derartige Flächen zu erwerben und auf diesen dann z.B. mit der Pflanzung einer Obstwiese innerörtliche, dörfliche und naturnahe Grünflächen zu schaffen.

5.) Späte Traubenkirsche (Prunus serotina)
An den Orts- und Waldrändern sowie auf unbebauten Grundstücken in Barum und zum Teil auch in St. Dionys hat sich gehäuft die aus Nordamerika stammende und als anspruchsloses Pioniergehölz geltende Späte Traubenkirsche ausgebreitet. Durch konsequenten Rückschnitt sollte einer weiteren Verbreitung diese Gehölzes in der Gemeinde Einhalt geboten werden weil, die Späte Traubenkirsche durch ihre starke Wuchskraft  Sträucher wie Hasel, Hundsrose und Holunder am Waldrand verdrängt und die heimische Flora verfälscht. Zu erkennen und zu unterscheiden von der heimischen Frühen Traubenkirsche (Prunus padus) ist sie durch eine glänzende Blattoberseite und Kerne, die glatt und ohne Furchen sind.

Horburg:

1.)Zur Horburg
Im Rahmen der Straßenerneuerung Zur Horburg sollten bislang nicht begrünte Abschnitte bepflanzt werden, um in der Ortsdurchfahrt ein geschlossenes Ortsbild zu erzeugen. Im nördlichen und im südlichen Straßenverlauf mit Eichen und Ahorn ist ein entsprechend ausgerichteter Baumbestand schon vorhanden. Dieser sollte entlang des Straßenverlaufs in geeigneten Bereichen z.B. entlang von Grünlandflächen ergänzt werden. Zudem könnten Grünstreifen mit Scherrasen und Schnitthecken aus Liguster oder Hainbuche in Bereichen mit wenig Platz angelegt werden. Eine derartige Begrünung kann ebenfalls dazu beitragen, Fahrbahn und Fußweg von einander zu trennen und den Straßenverlauf optisch einzuengen.

2.)Im Winkel
Am Rand des Einmündungstrichters befinden sich zwei kleine Grünstreifen mit Scherrasen. Diese könnten in Anlehnung des auf der angrenzenden Wiese stehenden, prächtigen alten Apfelbaumes mit 2-3 Obstbäumen bepflanzt werden, um auch diese Baumart im Ortsbild nachhaltig zu sichern.

3.)Denkmalfläche:
Die Denkmalfläche ist mit alten und hohen Laubbaumbestand natürlich und dörflich ausgerichtet. Am Zugang zur Fläche wird der Weg allerdings unpassend von einer Fichtenreihe vom angrenzenden privaten Garten begleitet. Als Ersatz für die Fichten könnte sich hier eine Hainbuchenhecke zur Einfriedung des Gartengrundstücks sehr viel angepasster in die umgebenden Grünstrukturen einfügen.

4.)Grünfläche und Fußweg am Schöpfwerkskanal
In Verlängerung der Straße Uhlenhorst und Schulstraße befindet sich eine öffentliche Grünfläche, auf der sich im ufernahen Bereich am Schöpfwerkskanal noch einige alte Obstbäume befinden. Nördlich der Fläche befinden sich noch unbebaute Grundstücke. Zwischen den Flächen führt ein Fußweg von der Straße Uhlenhorst zur Schulstraße. An diesem Fußweg könnte einseitig oder evtl. auch beidseitig eine Obstbaumreihe (s. Barum) gepflanzt werden mit einer Beschilderung als Obstbaumlehrpfad (Alte regionale Sorten, Lebensraum Obstwiese/Obstbaum). Der Kindergarten und die Grundschule liegen in der Nähe,  so wäre ein unmittelbarer Bezug als Lernort vorstellbar. Auf der Grünfläche könnten am Uferrand typische Uferrandgehölze wie Eschen, Erlen, verschiedene Weidenarten, Faulbaum, Traubenkirsche oder Schneeball ebenfalls als Lernort für typische Ufergehölze an Gewässern gepflanzt werden.

5.)Hohe Koppeln
Ähnlich wie für die Siedlungserweiterungen in Barum vorgeschlagen (s. oben) sind auch am Ende der Straße Hohe Koppeln einige unbebaute Grundstücke vorhanden, die ev. durch Kauf der Gemeinde in innerörtliche Freiflächen mit heimischen Gehölzen umgewandelt werden könnten.

6.)Parkplatz / Stellplatz an der Feuerwehr
Bei der Neugestaltung des Stellplatzes sollten wegen der geringen Größe und zur besseren Einsehbarkeit keine Wälle mehr im Bereich der Straßen Zur Horburg und Am Ilmenautal angelegt werden. Eingegrünt werden könnte die Fläche an den Straßenrändern z.B. mit Ahorn, Linde, Eiche, Esche oder Buche im Abstand von ca. 8-10m. Am Ilmenautal könnten zudem einige Flieder in die Baumreihe mit hineingesetzt werden, um als Einfriedung zu wirken.

7.)Altarm der Neetze im innerörtlichen Bereich
Von der Neetze aus ragt ein Altarm in das alte Dorf von Horburg hinein. Zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung dieses geschützten Landschaftsbestanteiles sollte mit interessierten Anwohnern ein Konzept entwickelt werden, das z.B.: Freistellung von Uferabschnitten (Bewuchs) und Verlandung beinhalten könnte.

8.) Bepflanzung an der Turnhalle
Die Parkplatzfläche an der Turnhalle weist noch keine Begrünung auf, sollte jedoch mit einer einheitlichen und eigenständigen Baumbepflanzung aufgewertet werden. Die Stellplätze werden durch 6 Pflanzinseln unterteilt. Auf diesen Pflanzinseln könnten z.B. Feldahorne oder Ebereschen gepflanzt werden, die durch weitere Feldahorn/Ebereschen-Pflanzungen entlang des Grünstreifens am Maschendrahtzaun des Wendeplatzes, auf den Weg zur neuen Brücke leiten würden. Zum Teil ragen tief stehende Äste einer Eiche vom angrenzenden Kindergartengelände in die Parkbuchten hinein und sollten deshalb vor einer Pflanzung fachgerecht zurückgeschnitten werden.

9.)Obstbaumschnittkurs
Im Winterhalbjahr 2008/09 wird ein Gehölzschnittkurs angeboten. Die Interessenten werden für den Termin rechtzeitig benachrichtigt und eingeladen.
Dauer ca. 4 Std.

Bad Bevensen, den 11.09.2008
Dieter Schröder