Hochwasser an der Elbe erwartet: Katastrophenvoralarm seit 4. Juni, 12 Uhr

04.06.2013 (Landkreis Lüneburg)
(lk/fn) Nach starken Regenfällen und Hochwasser in vielen Regionen Süd- und Ostdeutschlands steigt das Wasser der Elbe nun auch in Niedersachsen stetig an. Nach derzeitiger Vorhersage der Hochwasservorhersagezentrale Elbe wird am Pegel Dömitz für Samstag (8. Juni) ein Wasserstand von 6,90 Metern erwartet. Landrat Manfred Nahrstedt hat daher heute Vormittag (Dienstag, 4. Juni) gemeinsam mit Vertretern der Kreisverwaltung, der Deichverbände, der Feuerwehr, der Polizei sowie den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen über die aktuelle Hochwasservorhersage für die Elbe beraten und das weitere Vorgehen abgestimmt. Eine der ersten Maßnahmen: Seit Dienstag, 4. Juni, 12 Uhr, gilt Katastrophenvoralarm – das bedeutet, dass der Katastrophenschutzstab des Landkreises in Rufbereitschaft versetzt wird.
„Die Hochwasserlage an der Elbe im Landkreis Lüneburg wird nach aktueller Prognose sehr ernst“, sagt Landrat Manfred Nahrstedt. „Noch wissen wir nicht, wie hoch die Pegelstände ausfallen, da eine Scheitelwelle noch nicht zu erkennen ist.“ Als erste Maßnahme zum Hochwasserschutz werden ab sofort die Deiche an Schwachstellen verstärkt und Minderhöhen mit Sandsäcken ausgeglichen. Die Gemeindeverwaltungen ziehen ab sofort die Freiwilligen Feuerwehren heran, um Sandsäcke zu füllen. Der Krisenstab ist sich einig: Möglichst viel Arbeit muss im Vorfeld auf freiwilliger Basis geleistet werden, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Dazu ordert der Landkreis jetzt außerdem weitere Sandsäcke nach.
Voraussichtlich ab Donnerstag (6. Juni) nehmen die Deichwachdienste ihre Arbeit auf und überwachen die Deiche Tag und Nacht. In Vorbereitung ist außerdem bereits jetzt ein Betretungsverbot für Fußgänger, Radfahrer und Reiter für sämtliche Elbdeiche im Kreisgebiet, damit die Deiche nicht an Stabilität verlieren und die Maßnahmen zum Hochwasserschutz nicht behindert werden. Zudem werden Landwirte aufgefordert, ihre Tiere und Futtermittel aus den gefährdeten Regionen abzuholen.
Voraussichtlich am Freitagnachmittag (7. Juni) soll der Pegelstand bei Dömitz nach aktueller Prognose 6,50 Meter und damit die Alarmstufe 4 erreichen. Tritt dieser Fall ein, dann kann formell der Katastrophenfall nach der Deichverteidigungsordnung festgestellt werden. Die Verantwortung für weitere Maßnahmen ginge damit von den Gemeinden und Deichverbänden auf den Landkreis über. Ab sofort werden sich die Beteiligten bis auf Weiteres täglich morgens treffen und über das weitere Vorgehen beraten. Auch mit den Nachbarlandkreisen und zuständigen Landesbehörden findet ein enger Austausch statt.

Pressemitteilung des Landkreises Lüneburg vom 4.6.2013