Mein erster Weihnachtsbaum

Es war wieder mal soweit: Der Kauf des Weihnachtsbaumes stand an. Damit war von Mama festgelegt – zu Mittag gibt es Bratwurst und Glühwein – naja, ein bischen Glühwein. Zuerst mußte der Baum ausgesucht werden und das war nicht ganz einfach. Die Säge durfte ich tragen. Wir gingen in die Schonung und Papa zeigte uns den schönsten Baum. Gerade und gleichmässsig gewachsen, die richtige Größe hatte er auch aber Mama hatte schnell einen noch schöneren Baum gefunden. Beim sechsten noch schöneren Baum konnte Papa endlich die Säge ansetzen. Es war geschafft, wir hatten den schönsten Weihnachtsbaum für uns. Zurück ging es zur Wurstbraterei und dem Glühwein. Ich bekam meine Bratwurst und einen schön heißen Kinderpunsch, genau wie Mama. Papa bekam Punsch für Erwachsene. Das macht schön warm, sagte er. Papa muss ganz doll gefroren haben. Bevor wir den Weihnachtsbaum eingeladen haben durfte  ich noch eine Runde auf dem Pony reiten. Dann ging es nach Hause. Dort musste der Baum auf den Standfuß gesetzt werden – aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn wir im nächsten Jahr wieder unseren „schönsten Tannenbaum“ holen möchte ich auch am offenen Feuer Stockbrot backen wie die anderen Kinder aber bis dahin ist ja noch viel Zeit.

text & fotos Reinhard W. Pietrowski