Anlauf zur neuen (Leader-)Förderrunde in der Winsener Elbmarsch

„Wir verbinden Stadt und Land.“ Mit diesem Leitsatz und einer passenden Strategie gelang es der Leaderregion ACHTERN-ELBE-DIEK erstmalig im Jahr 2007, sich 2 Millionen Euro Zuschuss aus dem europäischen Topf für den ländlichen Raum als Eigenbudget zu sichern. Mit diesen Geldern haben Gemeinden, der Landkreis Harburg, Vereine und Unternehmen in den vergangenen sieben Jahren über 30 Projekte auf den Weg gebracht.

In der bisherigen Gebietskulisse der Gemeinden Barum, Seevetal und Stelle sowie der Stadt Winsen (Luhe) und der Samtgemeinde Elbmarsch finden sich zahlreiche Zeugen dieser neu erlernten Kooperation. Unter anderem gibt es Erlebbares bei der Wassermühle Karoxbostel, im Ole Huus Ashausen, am Stover Strand oder auch im Elbcafé Drennhausen. Gut nutzbar sind die geförderten ÖPNV-Einrichtungen – wie in Drage, Wuhlenburg und Bahlburg – nicht nur im Alltag, sondern sie stellen auch eine Bereicherung des Freizeitangebotes dar. Punktuelle Maßnahmen in Marschacht, Oldershausen, Hoopte, Pattensen, bei der Horster Mühle und in Barum dienen neben einheimischen Bürgerinnen und Bürgern auch der lokalen Wirtschaft. Über die Region hinweg wurden ein Angebot für Pedelecs/E-Bike gespannt, die Deutsche Storchenstraße ausgeschildert und die Radrouten für die Onlinemedien digitalisiert. Hervorzuheben ist auch der ELB-SHUTTLE, der als Initiative der Leaderregion viele Projektorte sowie regionale Erlebnispunkte verbindet. Parallel entstandene Institutionen, wie die gemeinsame Touristinformation im Winsener Marstall und die Flusslandschaft Elbe GmbH, vermarkten diese Highlights entlang der Shuttle-Route inzwischen professionell.

Diese Erfolge sollen fortgesetzt werden – und so beschloss die Lokale Aktionsgruppe frühzeitig, auch in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 auf die Leader-Förderung zu setzen. Hierzu hat sich jetzt die Samtgemeinde Bardowick der Initiative angeschlossen, so dass der neue Aktionsraum mehr als hunderttausend Einwohner umfasst. Im Norden ist Hamburg der unmittelbare Nachbar, im Süden grenzt nun die Hansestadt Lüneburg direkt an die Leaderregion.

Der niedersächsische Wettbewerb um die Leaderförderung von 2014 bis 2020 stellt bei erfolgreicher Teilnahme diesmal 2,4 Millionen Euro Zuschuss in Aussicht. Die Messlatte dafür ist aber höher denn je. Einerseits sind zu berücksichtigende Themen, wie die regionale Wirtschaftsentwicklung und die demografische Entwicklung, festgelegt. Andererseits gilt es, regionseigene und Alleinstellungsmerkmale bei der neuen Strategie klar herauszustellen.

Das neu geschaffene Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) genehmigte nun den Start zur Fortschreibung des aktuellen Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK). Inzwischen erhielt die Niedersächsische Landgesellschaft mbH den Zuschlag für die Arbeit am REK. Ein Fahrplan wurde abgestimmt, der sicherstellt, dass am Jahresende ein konkurrenzfähiges Konzept steht, welches die Chancen auf Leader-Förderung maximiert. Dazu gehört, Vereine, Verwaltungen, Verbände, Wirtschaft und externe Experten in einer öffentlichen Beteiligung einzubeziehen. Zuvor werden in Fachklausuren und Spezial-Workshops Strategien und Themen fixiert. Die öffentliche Präsentation der Zwischenergebnisse soll am 03.11. erfolgen. Die eigentliche Projektarbeit kann bei Bewerbungserfolg voraussichtlich ab Mai 2015 beginnen. 

Sie möchten Ideen für Strategien und Themen einbringen? Dann nutzen Sie die Mailadresse „strategie2020@achtern-elbe-diek.de“ und teilen Sie dem Regionalmanagement der Leaderregion Ihre Gedanken und Anregungen mit.

Zitat:

Der Vorsitzende der zuständigen Lokalen Aktionsgruppe ACHTERN-ELBE-DIEK, der Elbmarscher Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth, kann optimistisch auf die kommenden Aufgaben schauen: „Die Arbeit der letzten Jahre hat sich wirklich gelohnt. Von Tespe bis Ramelsloh, von Bullenhausen bis Barum hat sich eine neue Kultur der Zusammenarbeit entwickelt. Diese integriert neben den kommunalen Anliegen auch zunehmend erfolgreich Interessen aus Vereinen, Unternehmen und Initiativen. Die Grundidee der Leaderförderung, Ideen vor Ort zu entwickeln und umzusetzen, wird bei uns in der Winsener Elbmarsch wirklich gelebt. Inzwischen gibt es sogar gemeinsame Projekte wie den ELB-SHUTTLE, die auch ohne Förderung Realität wurden. Für eine Gemeinschaft, die sich 2007 neu aufgestellt hat, ist dies ein großartiger Entwicklungserfolg, den wir in der kommenden EU-Förderperiode gestärkt fortsetzen wollen.“