Ehrenamtliche Betreuung von Flüchtlingen in der Samtgemeinde Bardowick

Das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge in der Samtgemeinde  ist groß.  Viele  wollen den Flüchtlingen bei der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben helfen. Dieses bürgerliche Engagement freut uns alle sehr. Doch bevor sie loslegen können, gibt es eine Menge Fragen:

Wie kann ich helfen? Was kann ich tun? Was wird gebraucht? Wie erfahre ich wo Flüchtlinge untergebracht werden? Wann kommen neue Flüchtlinge an? An wen muss ich mich wenden? Wer organisiert was? Ich möchte gerne mein spezielles Wissen bzw. meine Fähigkeiten (Kultur, Sprachunterricht etc.) einbringen – wie kann ich das tun? Wie erhalte ich das nötige Wissen für die Ausübung meines Ehrenamtes – was muss ich dabei z.B. rechtlich beachten?

Grundsätzlich wird die Ehrenamtsarbeit für Flüchtlinge in der Samtgemeinde Bardowick um das Team von Pastorin Reimers und Herrn Dr. Kemmler organisiert. Sie stehen in engem Kontakt mit zuständigen Mitarbeitern aus der Sozialen Beratungsstelle. Sie können auch genau Auskunft darüber geben, wo noch Unterstützung benötigt wird. 

Damit die Unterstützung für die einzelnen Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien koordiniert und zielgerichtet stattfindet, wurde die „Patenschaft“ für Flüchtlinge ins Leben gerufen, d.h. dass sich grundsätzlich ein begrenzter Kreis von Ehrenamtlichen um einen Flüchtling bzw. eine Familie kümmert.

Bei der Ausübung dieser Patenschaft ist wichtig, dass der Pate genau weiß, bei welchen Anliegen er unterstützen kann und bei welchen nur die Mitarbeiter der Samtgemeinde zuständig sein können. Dazu wurde ein Schaubild entworfen (siehe Schaubild). Grundsätzlich findet die soziale Betreuung der Flüchtlinge durch die Sozialarbeiter der Samtgemeinde statt. Sie schauen sich die Situation der Flüchtlinge vor Ort an und versorgen sie mit wichtigen Informationen. 

Es ist gewünscht, dass die direkten Nachbarn ihre neuen Mitbürger begrüßen, willkommen heißen und sich bei ihnen vorstellen. Dennoch sollte Acht gegeben werden, dass sie im ersten Augenblick nicht „überlagert“ und mit gutgemeinter Hilfe überladen werden. Man darf hier nicht vergessen, dass die Neuankömmlinge meist eine äußerst strapazierende Zeit und Reise hinter sich haben und in den ersten Tagen vielleicht auch erstmal zur Ruhe kommen müssen. Daher ist es ratsam, sich abzustimmen, wer wie unterstützt oder wer sogar eine Patenschaft übernimmt. Es sollte ohnehin der Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ gelten. Die Mitarbeiter der Samtgemeinde haben schon häufig die Erfahrung gemacht, dass Flüchtlinge mit gut gemeinter Hilfe überschüttet wurden, was der Integration letztlich aber mehr schadet als nützlich ist. Ähnlich verhält es sich mit der Vielzahl von kulturellen oder sprachfördernden Aktionen. Bereits von offizieller Seite wird hier recht viel ins Leben gerufen, zusätzlich gibt es eine Menge privater Initiativen. 

„Wir machen tendenziell eher die Erfahrung, dass viele Angebote ungenutzt bleiben oder nur wenig frequentiert werden. Daher sollte genau überlegt werden, was man auf die Beine stellen möchte und es im Vorwege lieber einmal mehr mit Ehrenamtskoordinatoren sowie den Mitarbeitern der Samtgemeinde abstimmen, bevor hier auf allen Seiten Frust entsteht“, so der Wunsch von Anja Kablau, Leiterin des Fachbereichs Soziales der Samtgemeinde Bardowick.

Einmal im Monat findet ein Treffen der Ehrenamtlichen im großen Kreis mit einem Mitarbeiter aus der sozialen Beratungsstelle statt. In dieser Runde werden aktuelle Einzelthemen behandelt.

Alle interessierten Bürger sind auch weiterhin im Café International herzlich willkommen. Nächste Termine sind Sa. 06. und 20. Februar 2016, im ev. Gemeindehaus in Bardowick.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es in unserer direkten Nachbarschaft auch einige Menschen gibt, die keine Flüchtlinge sind, aber dringend Unterstützung bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben, sei es finanziell, kulturell, moralisch oder ganz pragmatisch, benötigen. Das sollte bei all der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge nicht vergessen werden!

(Diese Informationen haben wir von der Samtgemeinde Bardowick erhalten)