Elternfragen und Antworten zum Kitastreik

Die folgenden Elternfragen und Antworten gab es bei einer Veranstaltung des Kindergartens zusammen mit der Gewerkschaft Verdi zum vergangenen Kitastreik. Die Fragen und Antworten wurden während der Veranstaltung durch ein Kindergartenmutter gesammelt und uns zur Verfügung gestellt, deshalb übernehmen wir keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der Angaben. Bei Fragen zu den Angaben können wir gerne einen Kontakt herstellen. 

Antworten auf Elternfragen zum bundesweiten Streik in städtischen Kindergärten etc.

zusammengetragen von Jana Hammer

Wofür wird gestreikt?
-  Neben der Tariferhöhung geht es um die generelle Aufwertung der sozialen Berufe (Sozialarbeiter, Behindertendienste, Heilerzieher etc.)
-  Wertschätzung, Anerkennung
-  Zukunft des Berufsstandes

Frage 1: Warum wurde volle vier Wochen gestreikt?
-  Es gibt mehr freie als städtische Kitas und nicht alle sind gewerkschaftlich vertreten
-  Streik ging nicht von Barum aus, sondern bundesweit
-  Da es zu keinem Verhandlungsergebnis in der Tarifauseinandersetzung kam, wurde weiter gestreikt (trotz psychischem und finanziellem Druck)

Frage 2: Warum wurden nur 12 Plätze angeboten?
-  Angebot eigentlich: 10 Prozent, also 6 Plätze
-  Verdi hat für Barum Zustimmung für 20 Prozent gegeben, um 12 Kindern eine Notbetreuung
zu gewährleisten
-  Siehe auch Artikel LZ vom 23. Mai („Doch sogar die zwölf Notdienstplätze stellen mit einem Anteil von 20 Prozent eine doppelt so hohe Quote wie andernorts dar.“)

Frage 3: Mit welcher Berechtigung meint man, 50 Prozent der gesparten Entgelte für den Kindergarten zu beanspruchen?
-  Das ist keine Beanspruchung des Barumer Kindergartens, das ist ein allgemeiner Vertragsgegenstand zwischen verdi und Kommunen/Gemeinden
-  Für Barum speziell: Entgelte/Gelder verwaltet die Gemeinde und nicht der Barumer Kindergarten oder dessen Erzieherinnen
-  Außerdem: nicht die Erzieherinnen erhalten das gesparte Geld, sondern es kommt unseren Kindern zugute und dem Ort, wo sich unsere Kinder tagsüber beschäftigen

Frage 4: Glaubt man, mit dem Streik auf Verständnis bei den Eltern zu stoßen?
-  Bundesweit haben viele Eltern Verständnis für die Situation, auch wenn sie selbst verzweifelt sind aufgrund des Chaos
-  Deshalb ist es wichtig, dass der „Dampf an richtiger Stelle abgelassen wird“, bei den Entscheidern über Streik und Verhandlungen (siehe auch Leserbrief LZ vom 23. Mai: „ Lieber Herr Ulrich Mägde, sehr geehrter Herr Bürgermeister,….“)

Frage 5: Wie gehen unsere Erzieherinnen damit um, wenn weiter gestreikt wird?
-  Die Organisation einer Notbetreuung ist genauso wie beim ersten Streik
-  Die Gemeinde kann dann wieder einen Vertrag über eine Notdienstvereinbarung mit verdi abschließen

Weiterführender Artikel:
-  Artikel ZEIT vom 28. Mai 2015 „Ich bin keine Basteltante“
-  Link: http://www.zeit.de/2015/22/kita-streik-erzieherin-hamburg-
  eine Erzieherin erzählt über den Streik; es werden einige der Elternfragen im Artikel direkt beantwortet und gleichzeitig einige Klischees (Ich bin eben nicht die Basteltante) und GrundProblematiken (z.B. Betreuungsschlüssel) mit angesprochen