Freitags, 9:30 Uhr in Barum

Es klingelt an der Haustür. Hoffnungsvoll öffne ich die Tür in der Annahme, daß das langerwartete Buch endlich geliefert wird. Weit gefehlt. Ich öffne die Haustür und - 

eine kleine „Horde“ Sechsjähriger schaut mich aus großen Augen neugierig und erwartungsvoll an. Einen Besuch von unserer „Sechsergruppe“ aus der Kita Barum habe ich am wenigsten erwartet. Auf dem Weg zu einem Geburtstagskind machen sie hier Pause. Sie haben natürlich auch ihre Betreuerinnen Anja und Nadine dabei. Obwohl – sie finden sich auch ohne diese Erwachsenhilfe in Barum gut zurecht. 

Und dann die Überraschung. Anja und Nadine berichten mir von dem Einüben eines Liedes, welches im Canon gesungen wird und schon Generationen vor diesen Sechsjährigen beim Üben verzweifeln ließ. Es ist das Lied vom Meister Jakob, der gefragt wird, ob er noch schläft. Die Frage ist natürlich um 9:30 Uhr in Barum nicht wirklich aktuell aber es ist ja ein Lied – mit Text. Wie schwierig das Singen eines Textes ist wenn man schon den anderen Text gesungen hört ist eine große Herausforderung - für Erwachsene, wieviel mehr für Sechsjährige. 

Für mich hieß es nun: Einfach auf die Gartenbank setzen, zuhören und genießen. Es war einfach schön und ließ die Sorgen um die Zukunft dieser Kinder in den Hintergrund treten. Sie sind gut aufgestellt.

Als Dank für diesen tollen Vortrag findet sich im Haus noch eine Schachtel mit frischen Lakritzstangen, welche als Dankeschön an alle Kinder verteilt wurden.

Ich glaube, so etwas kann man Generationenvertrag nennen: Für mich das Ständchen und für den Nachwuchs etwas zum Naschen.

Nochmals ein ganz herzliches Danke für diese tolle Leistung und bis zum Wiedersehen in der Waldwoche.

text & foto Reinhard W. Pietrowski