„Willkommensgruppe Barum“ und Whatsapp…..

…..sind zur Hilfestellung der Willkommensgruppe für uns und „unsere“ afghanischen Asylbewerber unverzichtbar. 

Die Nordamerikanischen Indianer nannten die Telegraphenleitungen „Singende Drähte“ weil diese bei der Nutzung summende Geräusche von sich gaben.

Ganz anders bei Whatsapp. Meist am Sonntagabend gegen 18:00 Uhr kommt die erste, meist geräuschlose Anfrage über Whatsapp. 

Wer kann am Montag kommende Woche die Frauen um 09:15 Uhr von Barum zum Deutschunterricht nach Wittorf fahren, wer kann das am Dienstag für die Männer leisten, wer betreut den Zahnarztbesuch in Barum, wer kann das Kleinkind mit der Mutter zum Impfen nach Bardowick fahren? Ein weiteres problematisches Feld ist die Organisation der ärztlichen Behandlungsscheine solange der Status „Asylsuchender“ besteht.

Dinge, die für uns aus der ländlichen Umgebung „normal“ sind bereiten den Menschen ohne motorisierten Untersatz erhebliche, auch finanzielle Probleme denn – die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch nicht das, was ein „Schnäppchen“ nennen könnte. Erschwerend kommt hinzu, daß man/frau die Fahrpläne lesen und verstehen muss. Wenn man / frau in seiner Heimat in Kabul (ca. 4980 km von Lüneburg entfernt) sein Buch mit arabischer Schrift von rechts nach links liest, es hier aber in lateinischer Schrift von links nach rechts können soll – das würde nicht nur geübte Leser unter uns vor erhebliche Probleme stellen!

Natürlich gibt es Erfolge zu vermelden. Zum Beispiel Das Lernen mit dem Fahrrad zu fahren. Es klappt hervorragend. Nachdem die gespendeten Fahrräder an der einen oder anderen Stelle ergänzt, und die Verkehrstauglichkeit hergestellt wurde sind die Ausflüge zum Badestrand am Barumer See kein Problem mehr. Allerdings ist das Wasser zum Baden im Augenblick noch zu kalt. 

Der Rasen im Garten am Wohnhaus wurde mit Spaten, Schaufel und Harke in eine Beetanlage zur Selbstversorgung umgewandelt. Jetzt noch die Aussaat und die Sonne, dann kann bereits in ein paar Wochen geerntet werden.

Der Weg in die Gemeinschaft führt ja bekanntlich über das Kennenlernen und das funktioniert häufig über den Besuch von kleinen Märkten. So auch in Horburg am und im Dorfgemeinschaftshaus am 13. März 2016 beim Ostermarkt. 

So gesehen sieht sich die Gruppe „Willkommen in Barum“ mit der Hilfe zur Selbsthilfe gut aufgestellt.

Übrigens: 

Uns ist Jeder herzlich willkommen der die Gruppe „Willkommen in Barum“ unterstützen kann und möchte. 

Zu erreichen unter willkommeninbarum@gmail.com.

text &fotos Reinhard W. Pietrowski, archiv barum 2016